digitale revolution

JIM-Studie 2012 über Mediennutzung bei Jugendlichen

Gestern Abend fand die 26. Social Media Night im Stuttgarter Mercedes Benz Museum statt. Social Media im Unternehmensumfeld war das zentrale Thema des unterhaltsamen Abends.

Thomas Rathgeb von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg stellte, in einem äußerst interessanten Vortrag, die zentralen Ergebnisse der „JIM-Studie zur Mediennutzung von Jugendlichen im digitalen Zeitalter“ vor. Seit mittlerweile 1998 ermittelt die Basisstudie im jährlichen Turnus Informationen zum Umgang von 12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information. Neben einer aktuellen Standortbestimmung sollen die Daten Ansatzpunkte für neue Konzepte in den Bereichen Bildung, Kultur und Arbeit liefern. Allgemeine Entwicklungen und Trends werden kontinuierlich abgebildet und dokumentiert, gleichzeitig werden in den einzelnen Untersuchungen spezifische Fragestellungen realisiert, um aktuelle Medienentwicklungen aufzugreifen.

Für die JIM-Studie 2012 wurden rund 1.200 Jugendliche telefonisch befragt. Diese Anzahl gilt als für Gesamtdeutschland repräsentativ.

 

Zentrale Aussagen der JIM-Studie

  • Erstaunlicherweise liegt die Tageszeitung bei der täglichen Mediennutzung von Jugendlichen noch bei 25%. Tageszeitung und Bücher werden demnach auch heute noch öfter genutzt als Computerspiele.
  • Twitter spielt in der Gruppe der Jugendlichen keine Rolle. Nur 4% nutzen das Medium, 80% nutzen hingegen Facebook.
  • Die Medienausstattung und der Zugang von Jugendlichen ist immens: Computer, Handy, TV, Internetzugang – sind nahezu in 100% der Haushalte verfügbar.
Medienverfügbarkeit für Jugendliche im Haushalt.

Quelle: Thorsten Wälde, https://twitter.com/thoschi/status/342333459479535619/photo/1

 

  • Datenschutz wird immer relevanter. Immerhin 87% der Jugendlichen haben auf Facebook die Privacy Optionen aktiviert.
  • Die durchschnittliche Anzahl von Facebook Freunden liegt bei 272. Wenngleich man davon lediglich 17 ein Geheimnis anvertrauen würde.
  • Communities werden im Wesentlichen als Messanger/Nachrichtendienst genutzt. ¾ der Befragten verschicken dort hauptsächlich Nachrichten.
  • 78% der Jugendlichen geben an, daß Sie das Internet für potentiell gefährlich halten.

    Aussagen zum Internet

    Quelle: Jürgen Bühler, http://pic.twitter.com/keK4ZWkfYc

 

Grafiken und Diagramme teils schwer lesbar

Natürlich beinhaltet die gesamte JIM-Studie noch massenhaft wertvolle Aussagen. Viele Diagramme und Schaubilder erschließen sich allerdings erst auf den zweiten Blick. Sie könnten im Sinne der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Informationsdesign (s. RUBIN-Methode) sicher aussagekräftiger aufbereitet werden.

> Hier kann die JIM-Studie 2012 heruntergeladen werden

Die neue Studie erscheint im November 2013, aktuell laufen die Befragungen für die diesjährige Ausgabe.

 

Handlungsbedarf für Unternehmen

Aus Unternehmersicht bleiben nicht viele Schlussfolgerungen. Neue und soziale Medien müssen in Unternehmen berücksichtigt werden. Neben naheliegenden werblichen und vertrieblichen Chancen, liegen vor allem in der Gewinnung von digital nativem Nachwuchs (Personal und Kunden) hier große Potenziale verborgen. Es ist an längst an der Zeit Zweifel über Bord zu werfen und sich mit Möglichkeiten sowie rechtlich organisatorischen Grundlagen zu befassen (Social Media Guidelines, BYOD=Bring your own Device, Enterprise 2.0, many to many Kommunikation etc.). Die Erfolgsgfaktoren sind Motivation, Vertrauen und ein Vorleben auf höchster Unternehmensebene.

Dazu 3 Aussagen aus dem ebenfalls großartigen Vortrag von Jan Westerbarkey (CEO von Westaflex) zum Thema Enterprise 2.0:

„Oldschool und neue Medien – 2 Dinge die dringend zusammen gehören“

„Social Media ist gelebte Qualitäts- bzw. Kundensicherung!“

„Menschen mitnehmen – das ist die Hauptaufgabe der Führungskraft der Zukunft“

 

Man darf gespannt sein wie sich das Thema weiterentwickelt, auch aus Business Sicht. Fakt ist, das Aufwachsen, Lernen, Informieren und Kommunizieren der Jugendlichen unterscheidet sich dramatisch zu den Gegebenheiten in denen wir aufwuchsen.

 

Mark Josenhans

 

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