Up to date

Kennen Sie die SWR1 Hitparade? Ja! Dann wissen Sie sicherlich auch, dass diese seit einigen Jahren fester Bestandteil des Radioprogramms des SWR ist. Immer im Herbst haben die Radiohörer die Wahl, ihre 3 Lieblingstitel ins Rennen um Platz 1 zu schicken. Doch wer die Hitparade schon seit einigen Jahren verfolgt, wird feststellen, dass die Top 3 über die Jahre hinweg recht stabil geblieben sind. Es gab, was Platz 1 angeht, so gut wie keine Veränderung. Diese Woche ist es wieder soweit. Die Hörer haben gewählt und der Countdown auf Platz 1 ist noch bis Freitag in vollem Gange.

Doch warum macht ein Radiosender eine solche Aktion? Die Antwort darauf ist sehr einfach. Er überprüft sein Radioprogramm auf Übereinstimmung mit den Wünschen der Hörer, um noch besser seine Zielgruppe bedienen zu können.

Machen Sie das als Unternehmen auch? Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen ob Ihr Produktportfolio noch relevant für Ihre Zielgruppe ist und ob Ihre Produkte noch zeitgemäß und ansprechend, also ‚up to date‘ sind?

Sie fragen sich nun, wie man dies herausfinden kann? Ganz einfach: ein Weg kann beispielsweise der oben beschriebene sein – eine Kundenbefragung. Ein Anderer findet sich im Controlling. Sehen Sie sich beispielsweise die Entwicklung der Verkaufszahlen oder der Marketingausgaben an und ziehen Sie daraus die richtigen Schlüsse.

Sprechen Sie uns an oder diskutieren Sie mit uns hier auf unserem Blog wie Sie es schaffen können, mit Ihrem Unternehmen auch weiterhin ‚up to date‘ zu sein.

Ihre Mona Melanie Lais

Führungskräfteauswahl

Ende August diesen Jahres haben wir eine kurze Umfrage durchgeführt, um der Fragestellung nachzugehen, wie Entscheider in mittelständischen Unternehmen ihre interne Führungskräfteauswahl durchführen, d.h. welche Ziele sie dabei verfolgen und welche Methoden und Instrumente sie hierfür einsetzen.

Auch wenn die Fragestellung als solche neutral gehalten war, sollte die Befragung erörtern, ob oftmals vernommene Klischees hinsichtlich des Aufstiegs in die Führungsebene von mittelständischen Unternehmen der Wahrheit entsprechen. Hierbei wird oftmals davon ausgegangen, dass statt der tatsächlichen Eignung für die Aufgaben einer Führungskraft eher zweifelhafte Kriterien wie „gute fachliche Leistungen“ oder eine „langjährige Betriebszugehörigkeit“ den Ausschlag für die Auswahlentscheidung geben. Dazu kommt die Befürchtung, dass die Anwendung suboptimaler Kriterien durch einen Verzicht auf Personalauswahlinstrumente „komplettiert“ wird.

 

Ergebnisse der Befragung: Interne Führungskräfteauswahl im Mittelstand

Sechzehn Unternehmen haben an unserer Befragung teilgenommen und damit ein Bild der Führungskräfteauswahl im Mittelstand gezeichnet, das – so viel soll vorweggenommen werden – bei Weitem nicht den aufgeführten Klischees entspricht. Nachfolgend sind die wichtigsten Erkenntnisse der Befragung in komprimierter Form aufgeführt:

  • Die Vermutung, dass im Mittelstand Führungspositionen primär an gute Fachspezialisten oder langjährige Mitarbeiter vergeben werden, ist definitiv nicht haltbar. Wichtige Faktoren sind vielmehr die generelle Berufserfahrung, Fach- und Methodenkompetenzen und vor allem die Persönlichkeit des Kandidaten.
  • Auch die unterstellte Aversion der mittelständischen Entscheider gegen Personalauswahlinstrumente konnte nicht belegt werden. Viele Instrumente erfreuen sich einer hohen Beliebtheit, „Komplettverweigerer“ gab es unter den Teilnehmern überhaupt nicht.
  • Das Auswahlgespräch scheint das essentielle Instrument der Führungskräfteauswahl bei den Probanden zu sein, auch wenn diese hierbei noch Optimierungspotentiale bei der Durchführung sehen. Hierbei ist das teilstrukturierte Interview die beliebteste Durchführungsform.
  • Die befragten Führungskräfte verlassen sich bei der Auswahl aber auch stark auf Erfahrung & Bauchgefühl – scheinbar mit zufriedenstellenden Resultaten.
  • Bei internen Kandidaten haben Unternehmen den Vorteil einer Vielzahl an intern vorliegenden Informationen. Diese internen Quellen werden genutzt, mit relativ hoher Häufigkeit und Zufriedenheit.
  • Leistungstests und Intelligenztests werden nur von wenigen Teilnehmern der Befragung eingesetzt. Wer dieses Instrument jedoch nutzt, ist damit aber meist zufrieden.
  • Persönlichkeitstests polarisieren: Nicht nur in der wissenschaftlichen Diskussion sondern auch bei den befragten Unternehmen. Die diesen Tests positiv gestimmten Unternehmen nutzen sie  jedoch zumindest fallweise.
  • Die Durchführung von Assessment Center scheint im (befragten) Mittelstand aktuell eher ein Nischenthema zu sein.

Eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Ergebnisse erhalten Sie auf Anfrage per E-Mail an mich.

Wie sind Ihre Erfahrungen bei der Auswahl von Führungskräften aus dem eigenen Mitarbeiterstamm? Finden Sie sich in den Ergebnissen wieder oder gestaltet sich die Situation völlig anders? Oder verzichten Sie vielleicht gänzlich auf interne Kandidaten für Führungspositionen? Wir freuen uns über Ihre Meinung zu diesem spannenden Thema.

Ihr Sebastian Reek

Coaching in Entscheidungssituationen

Alltägliche Entscheidungen, die wir alle in einem fort ganz selbstverständlich treffen, sind meist irrational, unbewusst und basierend auf Überzeugungen, Werten und Einstellungen, die einer wissenschaftlichen Analyse kaum Stand halten könnten, – würden wir dies denn je wagen oder wollen. Im Führungskontext sollte dies ganz anders sein, oder nicht? Sicher ist, dass die Idee des Menschen als reflektiertem Denker und rationalem Akteur zwar existiert  – jedoch immer erst im Wechselspiel oder gar als zweite Instanz seines intuitiven, gefühlsbasierten und deutlich schneller reagierenden Ichs. „Intuition schlägt Verstand“, so werden spätestens seit dem Bucherfolg des Nobelpreisträgers Daniel Kahnemann  die psychologischen Zusammenhänge zwischen dem „schnellen und langsamen Denken“ (2011), zwischen dem limbischen und kognitiven System im Gehirn seitens der aktuellen und der Fachmedien kolportiert.

 

Coaching in Entscheidungssituationen

Warum also brauchen wir noch komplexe Entscheidungsmodelle und komplizierte –kalkulationen, wenn am Ende doch die Psychologie allen Berechnungen und Voraussagen ein Schnippchen schlägt? Welche Unterstützung kann ein Coaching für Entscheidungssituationen dann überhaupt leisten? Coaching gibt keine Antworten, aber es zeigt neue Wege und offenbart Zusammenhänge. Diese Transparenz ermöglicht selbständiges und reflektiertes Handeln für die neben der Kommunikation wichtigste Kernkompetenz einer Führungskraft. Denn: Das Treffen von Entscheidungen – rechtzeitig, begründet und eindeutig – macht im Führungsprozess den entscheidenden Unterschied!

Wir betrachten Personen, Handlungen und Situationen als System, definieren Einflüsse, Wirkungen, Prioritäten und Relevanzen und analysieren die bewussten und unbewussten Entscheidungsstile und Automatismen einer Person oder Organisation. Dabei setzen wir stets auf beides: Intuition und Verstand, und zwar abwechselnd, gleichzeitig oder auch mal konkurrierend, damit aus einem Coaching für unsere Kunden konkreter Mehrwert entsteht.

Viele Grüße
Ihre Anja Ebert-Steinhübel

Coaching und Entscheidungsfindung

Sind auch Sie am vergangenen Sonntag ihrer ‘Pflicht‘ als deutscher Staatsbürger nachgekommen und haben Ihr Recht zu wählen ausgeübt? Ich hoffe, dass möglichst viele von Ihnen dieses hohe demokratische Grundrecht in Anspruch genommen haben und die Wahl für Sie weniger eine Qual als ein positives Ereignis aktiver Mitbestimmung war. Dass dieses gelebt wird zeigt nicht zuletzt auch die gegenüber der letzten Bundestagswahl deutlich gestiegene Wahlbeteiligung.

 

Coaching und Entscheidungsfindung

Viele von uns haben an diesem besonderen Ereignis teilgenommen, doch bei genauer Betrachtung haben wir an etwas partizipiert, das uns unser ganzes Leben hindurch begleitet. Denn Entscheidungen umgeben uns ständig. Überall. Immer. Allein die Frage nach dem Mittagessen stellt uns vor unendlich viele Auswahlmöglichkeiten: Fastfood vs. Bio, kalt vs. warm oder Obst und Gemüse vs. Süßes um nur ein kleines Beispiel zu geben. Auch im betrieblichen Alltag müssen wir uns ständig entscheiden: So muss bei neuen Ideen die Entscheidung für oder gegen diese erfolgen. Personalentscheidungen müssen getroffen werden. Es muss über den Erfolg/Misserfolg eines Projektes befunden werden. Wer oder was hilft uns bei diesen Entscheidungen? Natürlich gibt es eine Vielzahl von Handbüchern und Checklisten. Tief in unserem Inneren gibt es da auch noch etwas anderes, das viele als Intuition kennen. Wo kommt diese her? Sie beruht meistens auf Erfahrung. Verfügen wir in einem Bereich über eine solche nicht, so spüren wir oftmals Angst oder Nervosität wenn eine wichtige Entscheidung von uns verlangt wird. Was tun in einer solchen Situation? Die meisten Menschen versuchen durch Gespräche mit Kollegen, Mitarbeitern oder Vorgesetzten zu einer Entscheidung zu gelangen, die Sie auch vertreten können. Doch wäre es in dieser Situation nicht sinnvoll eine Person zu befragen, welche sich in der geforderten Materie auskennt und die über die notwendige Kompetenz verfügt individuell auf Sie einzugehen? Oftmals ist es daher hilfreich einen Coach an seiner Seite zu wissen der hilft, die richtige Entscheidung zu treffen ohne dabei einen manipulativen Einfluss auszuüben. Eine neutrale Person die unbefangen mit der jeweiligen Situation umgehen kann und durch gezielte Hilfestellungen über einen begrenzten Zeitraum hinweg zur Seite steht.

Haben auch Sie schon Erfahrungen mit Coaches gemacht? Lassen Sie uns an ihren Erkenntnissen teilhaben und sprechen Sie mit uns über die vielen Vorteile, die ein individuelles Coaching mit sich bringt. Wir freuen uns auf Sie!

Rolle des Controllers

Die Entwicklung der Rolle des Controllers korreliert mit der Entwicklung der Führung eines Unternehmens. Das heute gültige Paradigma eines systemisch/ganzheitlichen Managements bedingt das Vorhandensein einer entsprechenden Ausprägung der steuerungs-orientierten Führung. Durch die erforderliche Kunden-, Prozess- und Innovationsorientierung der Unternehmen stieg deren Komplexität permanent an. Demzufolge sind neue Formen der Lenkung, Steuerung und Koordination notwendig, um eine existenzielle Bedrohung der Unternehmung zu verhindern. Dies führt zum Konzept des Balanced Controlling. Es stellt dabei keine Weiterentwicklung der bisherigen Rollen des Controllings dar, sondern beschreibt den Versuch eine optimale Positionierung des Controllers innerhalb seines Anforderungsspektrums zu erreichen. Der Balanced Controller bedient sich dabei der Maxime des „Denken in Extremen“, um eine maximale Bandbreite des Entscheidungshorizontes des Controllers darzustellen. Die Abbildung stellt die möglichen Entscheidungsattribute eines Controllers innerhalb seiner jeweiligen semantischen Extreme dar.

Entscheidend ist hierbei, dass es keinen fest definierten Königsweg innerhalb dieser Pole gibt, es liegt in der Herausforderung an den Controller, situativ die richtige Position innerhalb des Kontinuums zu wählen und dadurch die optimale Ausrichtung ihres Handelns innerhalb des Unternehmens zu erreichen.

 

Der Controller als interner Berater

Voraussetzung dafür ist, dass das Controlling endlich von allen Führungskräften gelebt wird und die Controllingabteilung als Denk- und Diskussionspartner zur Verfügung steht. Die Rolle des aktiven Challengers bleibt zusätzlich dem Controller als „Internem Berater“ erhalten. Dabei zeigt sich, dass sich der Controller und das Controlling in einem Spannungsfeld aus drei Qualitätsaspekten ihrer Arbeit positionieren müssen und je nach Situation flexibel zwischen den einzelnen Rollen wechseln. Ein konsistentes Konzept der Rolle Controller basiert auf dem Zusammenwirken und der Integration dreier Ebenen:

– dem klaren Verständnis von seiner Person und seiner beruflichen Mission des Controllers selbst;
– der klaren organisatorischen Institutionalisierung und Positionierung der Funktion Controlling in der jeweiligen Unternehmenssituation;
– der vermittelten und möglichst eindeutig wahrgenommenen Akzeptanz von Person und Funktion
bei den unterschiedlichen Bezugsgruppen in seinem Handlungsfeld und innerhalb der Unternehmenskultur.

Entsprechend konkretisieren sich folgende Rollen:

Der Controller ist interner Berater für Vorstand, Geschäftsführung und Führungskräfte. Die generelle Aufgabenstellung seiner Beratungstätigkeit kann differenziert werden in die Teilaufgaben der Struktur-, System- und Prozessberatung, die in einer integrierten Interdependenz zueinander stehen.

Als Wächter über das Unternehmensergebnis sorgt der Controller für die finanzielle Stabilität sowie für eine risikoadäquate Verzinsung des Kapitals im Unternehmen. Die Steigerung der Wirtschaftlichkeit treibt ihn und damit indirekt das ganze Unternehmen permanent an.

Gleichermaßen wirkt er als Coach und Schnittstellenmanager, der versucht innovativ, koordinativ und informativ eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit im Unternehmen zu ermöglichen. Er fungiert als betriebswirtschaftliches Gewissen innerhalb des Unternehmens. Es leitet ihn der Grundsatz „lieber ungefähr richtig als haargenau falsch“.

Als Wissensmanager ist es die Aufgabe des Controllers den Wissenstransfer im Unternehmen sicher zu stellen. Hierzu gehören gleichermaßen die Informationsbedarfsanalyse sowie Kommunikationsaufgaben bis hin zu einem ziel- und empfängerorientierten Reporting Design.

Diskutieren Sie mit uns Ihre Rolle als und Ihr Verständnis zum Controller!

Softwareentscheidung

Stimmen Sie uns zu, dass die Entscheidung über die Anschaffung einer neuen Software – egal ob ERP-System, Controllingtool, CRM-System, etc. – maßgeblich durch das Bauchgefühl beeinflusst wird? [Controlling, Softwareauswahl, Softwareentscheidung, Nutzwertanalyse, Kosten-Nutzen-Analyse]
Wir hoffen nicht! Unserer Auffassung nach ist es unabdingbar, dass der Softwareauswahlprozess nachvollziehbar, transparent, praktikabel und effizient gestaltet ist. Nur ein Beispiel: Könnten Sie durch reines Bauchgefühl gewährleisten, und im äußersten Falle auch rechtfertigen, dass das favorisierte System zu Ihren Geschäftsprozessen passt? In diesem Fall ist eines unstrittig: Die Softwarelösung muss die internen Prozesse abbilden können bzw. an diese angepasst werden – nicht umgekehrt. Kann Ihr Bauch das wissen? [Entscheidungsprozess, Bauchgefühl, Wirtschaftlichkeitsrechnung]

Prozess der Softwareauswahl

Um dem beschriebenen Dilemma zu entgegnen, sollte man die Softwareauswahl als systematischen und dokumentierten Prozess gestalten. Die groben Schritte könnten dabei folgendermaßen aussehen:

  1. Definition der Anforderungen Ihres Unternehmens an die Softwarelösung
  2. Auswahl der potenziellen Anbieter auf Basis derer Leistungsbeschreibungen
  3. Durchführung der Präsentationen der selektierten Anbieter
  4. Bewertung der Software
  5. Analyse der spezifischen Angebote
  6. Ermittlung Kosten-Nutzen-Rangfolge der Anbieter
  7. Auswahl der für Sie optimalen Software

Dabei hat die Integration der mit der späteren Bedienung des Systems betrauten Personen in den Auswahlprozess einen enorm positiven Effekt. Durch den standardisierten Softwareauswahlprozess können Sie sicherstellen, dass Ihre Entscheidung die gewünschten positiven Auswirkungen auf Ihr Unternehmen hat, die bewährten Prozesse weiter optimal wirken können, die betroffenen Mitarbeiter hinter der Entscheidung stehen, und ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis gewährleistet wird. Ach ja: natürlich lässt sich bei keiner Entscheidung das Bauchgefühl abstellen. Berücksichtigen Sie dieses aber in Maßen und nicht in Massen.

Stehen Sie kurz vor der Umstellung oder Neuanschaffung einer Software? Wie gestaltet sich aus Ihrer Sicht der optimale Entscheidungsprozess? Trauen Sie System 1 oder System 2 (D. Kahnemann)? Wie viel Bauch wohnt Ihren Entscheidungen inne? Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen.

Ihr Philipp Krämer

digitale revolution

Warum sich Universitäten und Hochschulen nicht vor der Trennungsrechnung drücken sollten…

Immer wieder erfahren wir, dass es zahlreiche (unter anderem große) Hochschulen gibt, die sich bisher nicht intensiv mit dem Thema Trennungsrechnung und den aus der Nichterfüllung resultierenden – hypothetischen – EU-rechtlichen Folgen auseinandergesetzt haben.

Es geht mir weniger um die Tatsache, dass die EU-Beihilferegelung seit 1.1.2009 die Hochschulen und Forschungseinrichtungen explizit auffordert, deren wirtschaftliche Betätigung von den nichtwirtschaftlichen (i.e. hoheitlichen) Aufgaben zu trennen und somit Quersubventionierung durch den staatlichen Haushalt zu vermeiden. Nein, vielmehr stelle ich mir die Frage, warum sich die einschlägigen Organisationen teilweise regelrecht mit Händen und Füßen dagegen wehren? Man sieht gemeinhin lästige Bürokratie, zusätzlichen Verwaltungsaufwand in der Projektabwicklung und –  das Todschlagsargument: den Verlust von Auftragsforschungs und -dienstleistungsprojekten aufgrund steigender Kosten gegenüber früher! Des Weiteren werden Einschränkungen in der freien Entfaltungsmöglichkeit von Forschern und Lehrern konstatiert. Dass der Tatendrang und die Freiheitsgrade in den Projekten gar nicht eingeschränkt werden (wodurch denn eigentlich?), will man auf Wissenschaftsseite nicht sehen oder hören.

Diese Risikofokussierung verblendet möglicherweise den Blick auf potenzielle Chancen: Höhere Preise, in der Folge höhere Einnahmen, sorgen für mehr Finanzmittel in der Hochschulkasse und letzten Endes für die Schaffung von mehr Forschungsfreiheitsgraden. Wenn also die, im Sinne der EU-Beihilferegelung, wirtschaftlichen Projekte zu vollen Kosten plus angemessenen Gewinnzuschlag kalkuliert werden, dann stellt man sich einerseits einem fairen Wettbewerb und andererseits kann die Hochschule von Kompensationsmitteln profitieren, wenn die öffentlichen Zuschüsse stagnieren. (siehe auch „Die fetten Jahre sind vorbei“; Artikel in der DUZ; Ausgabe 8/13 vom 26.7.2013.

Dies rechtfertigt allemal den Mehraufwand für die Prüfschleifen, ob ein Auftrag wirtschaftlich ist oder nicht, den Prozess der Vor- und Nachkalkulation, den Dokumentationsaufwand und mancherlei Verwaltungstätigkeiten, die man gerne als unnütze Bürokratie abstempelt.

Trennungsrechnung heißt Kostenrechnung. Kostenrechnung kann Transparenz in der Aufbau- und Ablauforganisation schaffen und Controlling ermöglichen. Controlling bietet Steuerungsmöglichkeiten. Diese Kausalkette schmückt die dynamische Hochschule!

 

Ihr

Dieter Buchdrucker

Chancen und Risiken

Bei der „Geburt“ einer Strategie- insofern diese von einer SWOT-Analyse begleitet  wird – werden Chancen und Risiken im Regelfall als ein Untersuchungsgegenstand verstanden. Hierbei werden Umfeldfaktoren dahingehend bewertet, ob sie aus Sicht des Unternehmens als Opportunities (Chancen) oder Threats (Gefahren) zu bewerten sind. Nach Abschluss der Strategiekonzeption erfolgt jedoch in vielen Unternehmen eine dauerhafte Trennung dieser „Zwillinge“. Die Chancen werden in die Obhut der strategischen Abteilungen übergeben, die Risiken im Bereich des Risikomanagements angesiedelt. Diese Aufspaltung ist nicht nur inhaltlich fragwürdig, sondern aus Unternehmenssicht oftmals klar kontraproduktiv.

Ob man Umfeldentwicklungen nun als Chance oder Risiko wahrnimmt, ist keine objektive Wahrheit, sondern abhängig von der Sichtweise und dem Standpunkt des jeweiligen Individuums. Das begriffliche Gegensatzpaar kann oftmals sehr nahe beieinander liegen, je nachdem wie schnell man in der Lage ist, eine Entwicklung zu erkennen und darauf zu reagieren. Interessanterweise sind es gerade die vielgescholtenen Spekulanten auf den Finanzmärkten, welche diese Erkenntnis verinnerlicht haben und bspw. mittels Optionsgeschäften von generell als negativ wahrgenommenen wirtschaftlichen Entwicklungen profitieren. Dies mag moralisch zweifelhaft erscheinen, ist aber ökonomisch oftmals sehr wirkungsvoll.

 

Umfeldanalyse – Eine Frage der Perspektive

Sicherlich ist es für Unternehmen, welche ein langfristig etabliertes Geschäftsmodell vorhalten, deutlich komplexer ihr wirtschaftliches Handeln an die sich verändernden Umfeldbedingungen anzupassen als für Spekulanten, welche lediglich ihre Finanzmittel in den Geschäftszweck mit einbringen. Jedoch sollten auch Führungskräfte nicht die Augen davor verschließen, dass manch allgemein gefürchtetes Risiko für die individuelle Unternehmenssituation eine klare Chance darstellen könnte. So kann bspw. ein etwas verschlafenes Hotel im Bayrischen Wald – zum richtigen Zeitpunkt intensiv beworben – eine erholsame Alternative zu beliebten Urlaubsregionen mit temperamentvoll ausgetragener politischer Neuorientierung darstellen. Ein massiver Anstieg der Zahlungsunfähigkeit innerhalb einer Branche ist für alle Beteiligten eine unangenehme Entwicklung- außer für den spezialisierten Sanierungsberater.

Damit Unternehmen überhaupt in der Lage sind, solche Potentiale zu erkennen, gilt es die nach der Geburt getrennten Zwillinge wieder zusammenzuführen. Hierbei müssen die vorgegeben „Chancen“- bzw. „Risiken“-„Brillen“ bei der Umfeldanalyse aufgegeben werden. Ein integriertes Chancen- und Risikomanagement stellt einen Gegenentwurf zur separierten Konzentration auf die positiven bzw. negativen Aspekte der Umfeldentwicklung dar und ermöglicht es Unternehmen, Themen unvorbelastet hinsichtlich möglicher Erfolgspotentiale zu bewerten.

Wie stellt sich die Situation in Ihrem Unternehmen dar? Sehen Sie Chancen und Risiken als „zwei Seiten einer Medaille“ oder doch als Aufgabe zweier Abteilungen?

Ihr Sebastian Reek

So lautet eine der treffenden Aussagen, die Thomas Brommund beim 8. Controller Lunch Böblingen machte. Denn analysierbar und darstellbar ist heute extrem viel. Das machte der Sales Director von Brandwatch mit zahlreichen griffigen Beispielen deutlich. Doch Social Media Monitoring nimmt einem das Denken natürlich nicht ab. Es liefert, gerade im Zusammenspiel mit eigenen Ideen und in Kombination mit weiteren Daten und Themen, sinnvolle Ansätze für weiterführende Maßnahmen und Strategien.

Daher verschmilzt das Monitoring von sozialen Netzwerken sowie anderen Internetinhalten zunehmend mit verschiedenen Unternehmensbereichen. Es entsteht dadurch ein Gesamtbild das längst nicht mehr nur für PR-Abteilungen spannend ist. Natürlich ist die Analyse des eigenen Images (Reputationscontrolling) immer noch eineder Kernaufgaben von SM-Monitoring.

Die Analyse des Wettbewerbs (Wettbewerbsbeobachtung) ist jedoch nicht weniger wichtig und durch die neuen Möglichkeiten deutlich vereinfacht.

  • Wie laufen die Kampagnen des Mitbewerbers?
  • Wie reagiert der Kunde auf das neue Konkurrenz-Produkt?

und letztendlich

  • Welche Rückschlüsse ziehen wir daraus für das eigene Portfolio?

Natürlich ist es eine große Herausforderung im unstrukturierten Datenmaterial Fakten zu finden, die direkten Einfluss auf Umsatz oder sonstige reelle Unternehmenskennzahlen haben. Es geht hier mehr um Stimmungen und Wahrnehmungen (Sentimentanalyse), die sich dann aber auch in speziellen Indizes abbilden lassen und zusammen mit sonstigen KPIs bspw. in Markenbewertungen oder auch bei Reputationsanalysen zum Tragen kommen.

Die Suche nach Stimmungen

Im klassischen Monitoring-Fall wird das Internet nach speziellen kampagnenbezogenen oder allgemeinen Suchbegriffen durchforstet. Die gefunden Ergebnisse werden dann anhand eines Kriterienkatalogs verschiedenen Stimmungen zugeordnet. Typischerweise positiv, neutral oder negativ.

Hierdurch ergibt sich ein Gesamtüberblick, der dann aber noch verfeinert werden kann. Beispielsweise indem versucht wird, über die hinter den Beiträgen stehenden Verfasser mehr in Erfahrung zu bringen. Handelt es sich um Promotoren/Treiber oder reine Informationsgeber? Wer sind die wirklichen „Influencer“, also die Taktgeber hinsichtlich bestimmter Themen und Meinungen. In der Praxis werden solche Personenkreise dann oft bewusst in Kampagnen einbezogen und direkt mit Informationen oder auch Produkten versorgt. Weil längst klar ist, welch großen Einfluss diese auch oft „Evangelisten“ genannten Autoren haben. Durch ihre große Anzahl an „Followern“ und die viralen Effekte im social Web haben Sie teils fabelhafte Kontaktzahlen.

Social Media Monitoring betrifft das gesamte Unternehmen

Außerdem machte Thomas Brommund eines nachhaltig klar. Social Media Monitoring gehört nicht zwingend in die Marketingabteilung. Zwar ist dort ein klassischer Anwendungsbereich, aber das Thema betrifft das gesamte Unternehmen. Die Analysen und Auswertungen mit dem größten Mehrwert entstehen häufig bei abteilungsübergreifenden Initiativen und durch die Integration unternehmensweiter Daten.

Oft bestünde hier aber noch der eher traditionelle Ansatz und die Verantwortlichen hätten Probleme ihre oft wertvollen Analyseergebnisse in der GL oder im Vorstand zu platzieren.

Abhilfe könne hier eine ganz spezielle Aufbereitung der Ergebnisse in Form eines Quadranten schaffen. Im linken oberen Feld würden hierbei die Analyseergebnisse dargestellt. Rechts daneben befindet sich sinnvollerweise eine Erklärung dieser Analyse. Im linken unteren Abschnitt werden erwartete Auswirkungen auf das Unternehmen abgebildet und rechts daneben die verschiedenen Handlungsalternativen oder Lösungen skizziert. Dieses Vorgehen fördert das schnelle Verständnis der Situation und ist gleichzeitig extrem lösungsorientiert.

Nächster Controller Lunch im Oktober

Controller Lunch Böblingen

Nach seinem Vortrag stand Thomas Brommund den Teilnehmern noch lange Rede und Antwort und eine sehr spannende Veranstaltung neigte sich dem Ende zu. „Es war ein sehr interessantes, praxisrelevantes Thema. Ich habe mir bereits den Oktobertermin vorgemerkt“, meinte Carsten Stahl, Finance Director bei TIGI Haircare. Armin Ritter, Controller der Moog GmbH, sprach von einer „wirklich gelungenen Veranstaltung“.

Der nächste Controller Lunch findet am 24.10.2013 im Hotel Mercure Böblingen statt und behandelt das Thema „Unternehmenssteuerung 2.0 – BI und CPM als Basis für fundierte Entscheidungen“.

 

Über den Controller Lunch

Netzwerke und Wissenstransfer gewinnen in der Geschäftswelt immer mehr an Bedeutung. Um diese Komponenten auf regionaler Ebene zu fördern, gibt es seit Mitte 2010 den Controller Lunch Böblingen. Eine gemeinsame Veranstaltung der Institut für Controlling Prof. Dr. Ebert GmbH und der Insight Dimensions GmbH. Wie üblich treffen sich die Teilnehmer zum gemeinsamen Mittagessen. Eingeladen sind in erster Linie Geschäftsführer, Kaufmännische Leiter, Controller, Finanzverantwortliche oder sonstige Führungskräfte aus Unternehmen im Landkreis BB.

Weitere Informationen sowie kostenfreie Anmeldung unter www.controllerlunch.de

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihr

Mark Josenhans

digitale revolution

So – nun ist es soweit. Das erste Career&Study-Semester bei der IFC EBERT ist vorbei. Klausuren sind geschrieben und die Hausarbeit ist in den letzten Zügen. Career&Study bedeutet Personalentwicklung mit Rundumbetreuung für MitarbeiterInnen und Unternehmen.

Zunächst eine kurze Vorstellung des Career&Study Programms bei der IFC EBERT. Es handelt sich um ein berufsbegleitendes Studium in Zusammenarbeit mit einer Hochschule. Zum Ende eines jeden Semesters stehen an zwei Wochenenden die Klausuren an,  sowie die Abgabe der Haus- und/oder Praxisarbeiten. In der Regel dauert das Studium drei Jahre.

 

Career&Study mit der IFC EBERT

Mit dem Career&Study Programm der IFC EBERT  können Sie als Arbeitgeber, ein völlig neues Fach- und Führungskräftekonzept anbieten. Dadurch entwickeln die Studierenden, also Ihre Mitarbeiter, ihr Können direkt vor Ort. Das fördert das Verständnis bei den Studierenden, steigert deren soziale Kompetenz und bringt mit neuen Erkenntnissen und Methoden direkten Nutzen für Ihr Unternehmen. So können Sie hoch qualifizierte Mitarbeiter langfristig an sich binden.

Während dieser  Zeit bekommen die Studierenden eine sehr gute Betreuung durch die IFC EBERT. Sei es durch die Unterstützung bei der Hausarbeit oder durch Klausurvorbereitungstage. Wenn ich Fragen zum Stoffinhalt habe, stehen mir jederzeit kompetente Kolleginnen und Kollegen zur Seite. Drei weitere meiner KollegInnen absolvieren zurzeit auch das Career&Study-Studium, so kann ich aus deren Erfahrungen schöpfen und habe zu jeder Herausforderung einen passenden Ansprechpartner.

Zum kommenden Semester verändert sich die Struktur des Studiums der Hochschule. Mit diesem Programm können die Studierenden, also auch ich selbst, das Studium nach Belieben einteilen. Ich kann meine Klausuren für die kommenden Semester an einem der vielen angebotenen Prüfungstermine schreiben, welcher meines Erachtens am besten in meinen Zeitplan passt. Auch die Haus- und Praxisarbeiten sind nicht mehr zu einem bestimmten Termin fertig zu stellen, sondern müssen erst zum Ende des Studiums fertig sein.

Diese Neuerungen erfordern allerdings ein gut ausgearbeitetes Zeitmanagement. Durch die freie Einteilung kann schnell der Überblick verloren gehen und im sechsten Semester stellt man dann fest, dass ja noch einige Hausarbeiten zu schreiben sind. Aus diesem Grund sind strenge Selbstdisziplin sowie detaillierte Zeiteinteilung unumgänglich.

Es ist nicht einfach, sich einen stringenten Plan aufzubauen. Wann lerne ich? Wie lerne ich? Wann fange ich mit meiner Hausarbeit an und welche Literatur ist am besten geeignet? Bei der Beantwortung dieser Fragen steht die IFC EBERT allen Career&Study-Studierenden mit Rat und Tat zur Seite.

Diese Fragen sinnvoll zu beantworten ist ein Punkt. Der andere ist, alles mit dem Fulltime-Job, den man ja auch noch hat zu vereinbaren und alles „unter einen Hut“ zu bekommen. Will man das Studium erfolgreich abschließen, muss jeder Studierende den für sich individuell richtigen Weg finden und sich klare Ziele setzen, die erreicht werden sollen. Hier habe ich für mich im ersten Semester einen ganzheitlichen Plan entwickelt.

Das Career&Study Konzept der IFC EBERT ist deshalb ein Programm zur Personalentwicklung mit „Rundumbetreuung“ für ein erfolgreiches Studium. Ich werde jetzt meine vorlesungsfreie Zeit genießen und zum nächsten Semester wieder voll durchstarten.

Ihre Verena Fundinger

digitale revolution

Aus soziologischen Erkenntnissen haben Controller bislang wohl selten großen Nutzen für ihre Praxis gezogen. Im Unterschied zu Soziologen oder Kommunikationswissenschaftlern wähnen sich die meisten Controller wohl auch wesentlich fortschrittlicher und näher dran am Geschehen in der ökonomischen Welt. Vielleicht ist es gerade deshalb so, dass die Sturmglocken der Veränderung – die in den angesprochenen Wissenschaften seit etwa 10 Jahren heftig geläutet werden – selbst von den Strategen unter den Steuermännern, Change Agents und Business Partnern kaum gehört werden: Die digitale Revolution und ihre Zeichen  werden schlicht ignoriert oder gar nicht erkannt.

Durch die digitale Revolution ist die Omnipräsenz interaktiver Medien, des sogenannten Web 2.0 gemeint, die sich im Alltag und Berufsleben der Gesellschaft zeigt und sowohl die soziale Kommunikation als auch die berufliche Kooperation künftig grundlegend verändern wird. Ein wesentlicher Impetus liegt darüber hinaus in der nach 1980 geborenen „Net Generation“, den sogenannten „Digital Natives“, die sich in ihrem Informationsverhalten wesentlich von ihrer Elterngeneration, den „Digital Immigrants“ unterscheiden.

 

Neue Chancen, neue Anforderungen

Die neuen Kommunikationsmedien werden – wie zuvor die Schrift und der Buchdruck – grundlegend verändern, und es bedarf gesellschaftsweit und insbesondere auch unternehmensweit entsprechender Werkzeuge und einer adäquaten Kultur um damit umzugehen. Spätestens an dieser Stelle muss das Controlling aufschreien und seinen Platz reklamieren. Denn es geht um die Information, das Auffinden, Interpretieren, Teilen und Vermitteln von Wissen, also um Controller´s ureigenstes Element.

Wie also muss künftig Controller´s Informationsleistung generiert und angeboten werden? Welche Medien müssen genutzt, welche Angebote für welche Nachfrager in welcher Form bereitgestellt werden? Welche Verantwortung muss auf welche Weise für das neue Informations- und Kommunikationsverhalten übernommen werden? Es wird spannend. Und eines ist sicher: die neue Generation, die neuen Anforderungen, aber auch die neuen Chancen stehen bereits an der Pforte – nur unvorbereitet sollte man sie nicht hereinlassen.

Ihre Dr. Anja Ebert-Steinhübel

Unternehmensstrategie

Als unsere Kanzlerin vor wenigen Wochen das Internet – mehr oder weniger willentlich – zum „Neuland“ erklärte, waren Häme und Spott Tür und Tor geöffnet. Vom Twitter-Trend #Neuland, über eigene Facebook Gruppen bis hin zu reaktionsschnell umgesetzten Werbeanzeigen wurde keine Gelegenheit ausgelassen, diese vermeintliche Unkenntnis pointiert unter Beschuss zu nehmen.

 

Wer kennt eigentlich die eigene Unternehmensstrategie?

Eher geringere öffentliche Erregung hingegen brachte eine Aufdeckung vorhandener Unkenntnis hervor, welche bereits 2012 als Ergebnis einer Studie der Online-Jobbörse stepstone.de publiziert wurde:
33% der Fach- und Führungskräften in den analysierten deutschen Unternehmungen kennen die Unternehmensstrategie nicht.

Mit einem dieser Situation angemessenen Grad an Zynismus, lassen sich daraus folgende Erkenntnisse ableiten:

  • Ein Drittel der Verantwortlichen in diesen Unternehmen hegt die Hoffnung, dass ihre Mitarbeiter produktiv an der Erreichung von strategischen Zielsetzungen mitwirken, welche diesen völlig unbekannt sind.

und/oder

  • Einem Drittel der Mitarbeiter sind die zugrunde liegenden Visionen und Ziele ihrer täglichen Arbeit relativ egal bzw. schafft das vorhandene Ausmaß an entsprechender Neugier nicht den nötigen Antrieb, diesbezüglich eine Erläuterung einzufordern.

Sicherlich müssen hierbei auch Konstellationen beachtet werden, bei welchen die oberste Führungsebene zumindest den Versuch unternommen hat, die Strategie an die Basis zu kommunizieren. Oder bei welchen die Sinnsuche von Mitarbeitenden hinsichtlich ihrer Arbeitstätigkeit durch einen monatlichen Zahlungseingang abgeschlossen ist. Doch selbst nach Berücksichtigung aller denkbaren mildernden Umstände wirken diese Ergebnisse immer noch, gelinde gesagt, besorgniserregend. Insbesondere Führungskräfte sollten sich der Notwendigkeit der Stiftung von Sinn und Orientierung für die Motivation und Volition ihrer Mitarbeiter bewusst sein.

Es gilt also für eine Vielzahl an Unternehmen, dringlich #Neuland zu betreten und eine aktive Auseinandersetzung mit der Unternehmensstrategie anzustoßen. Hierbei sind vor allem Führungskräfte dahingehend gefordert, Mittel und Wege zu finden, um die Unternehmensstrategie allen Beteiligten greifbar zu vermitteln und deren Umsetzung kontinuierlich zu steuern. Gleichzeitig ist es aber auch eine Holschuld der Mitarbeiter, die Unternehmensführung zur „Sinnstiftung“ zu animieren, statt einer fehlenden strategischen Orientierung mit „Dienst nach Vorschrift“ zu begegnen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Vermittlung von strategischen Zielsetzungen? Forcieren Sie die Kommunikation der Strategie im gesamten Unternehmen oder ist diese bei Ihnen „Chefsache“?

Ihr Sebastian Reek