Steuerung

Bei einem Blick in die zahlreichen Newsletter, welche über den Tag verteilt in meinem E-Mail Postfach landen, wird mir regelmäßig bewusst, wie breit gefächert die Themengebiete sind, welche die Führung und Steuerung eines Unternehmens mit sich bringt. Neben „klassischen“ Ansätzen wie Planungsinstrumenten, Bilanzierungsrichtlinien oder Berichtsgestaltung sind es vermehrt auch Fragestellungen hinsichtlich der Wahrnehmung der Organisation durch die Kunden, der emotionalen Bindung der Mitarbeiter oder des internen regelkonformen Handelns, welche die Fachpublikationen und Nachrichtenportale beherrschen.

Der Controller als solcher betrachtet aus meiner Erfahrung heraus, ohne hier eine gesamte Profession über einen Kamm scheren zu wollen, letztere Fragestellungen oftmals eher distanziert bis ablehnend. Auch wenn es durchaus Ansätze zur Analyse und Steuerung von weichen Faktoren gibt, bspw. die Balanced Scorecard, Präferenzprofile für Mitarbeiter oder Wissensbilanzen, orientiert sich die Controlling-Arbeit in der Praxis häufig immer noch am „harten“ Zahlenwerk. „If You Can’t Measure It, You Can’t Manage It!“ – Mitarbeiter- und Kundenbefragungen, subjektive Wissensbewertungen oder eingeschätzte Markenbewertungen sind dabei für viele Controller nicht Messung und vor allem nicht Bepreisung genug.

 

Was ist wirklich steuerbar?

Ich möchte an dieser Stelle jedoch nicht den Diskurs harte vs. weiche Faktoren weiterführen. Viel interessanter ist aus meiner Sicht folgende Feststellung bzw. gar Unterstellung: Wenn man der Überzeugung ist, nur die Dinge steuern zu können, welche man auch bepreisen kann, geht man doch davon aus, alles was im Unternehmen bepreisbar ist, auch steuern zu können. Zumindest in einem Großteil der Fälle.

Um zu erkennen, dass es sich hierbei um einen ziemlichen Trugschluss handelt, braucht man nicht einmal ein sonderlich exotisches oder abstruses Gegenbeispiel konstruieren. Nehmen wir stattdessen eine klassische Controlling-Aufgabe zur Hand: die Vertriebssteuerung, deren Wirkung bspw. an den Umsatzzahlen des Unternehmens gemessen wird. Eine schöne Größe für den Controller: bis auf die Nachkommastelle genau vorliegend, frei von persönlichen Einschätzungen und nach einer gewissen Zeit sogar vom Wirtschaftsprüfer zertifiziert. Herrscht nun, nach einem Soll/Ist-Vergleich durch das Controlling, im Unternehmen eine gewisse Unzufriedenheit bezüglich dieser Steuerungsgröße vor, werden Analysen durchgeführt, Maßnahmen eingeleitet und deren Umsetzung kontrolliert.

Zeigt die Unternehmung, nach wirksam eingeleiteten Maßnahmen, wie bspw. die Steigerung der Vertriebsauslastung, beim nächsten Soll/Ist-Vergleich eine Besserung, wird die Steuerung als erfolgreich deklariert. Die Verantwortlichen freuen sich, der Controller wird für die präzise Analyse gelobt und ein „Best Practice“ Fall wurde geschaffen. Eine klare Angelegenheit, oder?

Würde man diesen dargestellten Zusammenhang empirisch untersuchen wollen, müsste man – wissenschaftlich ausgedrückt – den Einfluss der unabhängigen Variable „Steigerung der Vertriebsauslastung“ auf die abhängige Variable „Umsatz“ analysieren. Wissenschaftler setzen für solche Modelle gerne die Prämisse „ceteris paribus“ – zu Deutsch „unter sonst gleichen Bedingungen“. Würden sich nun eine empirisch ausreichende Anzahl an Belegen finden, in welcher die Steigerung der Vertriebsauslastung – unter sonst gleichen Bedingungen – zu einer Steigerung des Umsatzes führt, wäre dieser Zusammenhang, zumindest bis zum Zeitpunkt seiner Widerlegung, bewiesen.

Dummerweise bietet die Unternehmenspraxis, im Gegensatz zu wissenschaftlichen Modellen, wenig bis keine Möglichkeit, sämtliche (Umfeld)-Bedingungen auszublenden. Daher wirken neben der Einflussgröße „Vertriebsauslastung“ auch Faktoren wie die aktuelle konjunkturelle Situation, die Wahrnehmung des Unternehmens durch den Kunden, neue Produkte auf dem relevanten Markt, insolvente Mitbewerber, die Motivation der Mitarbeiter, neue technologische Entwicklungen und viele weitere Einflüsse auf diese, bis auf die Nachkommastelle genau vorliegende, Größe Umsatz. Und dies sowohl in positiver wie in negativer Hinsicht. In wie weit dessen Veränderung zwischen zwei Zeitpunkten nun explizit durch die aktiv eingeleiteten Maßnahmen des Unternehmens selbst beeinflusst wurde, lässt sich jedoch leider nicht mehr genau messen.

[Erschwerend kommt an dieser Stelle hinzu, dass die Entwicklung des Umsatzes auch deutlich von Entscheidungen geprägt wird, welche – strategisch orientiert – bereits vor Jahren durch das Unternehmen getroffen wurden. Diese Problematik weiter zu vertiefen, würde jedoch den von mir schon sowieso – wie gewohnt – arg strapazierten Rahmen eines Blogbeitrages sprengen.]

 

Genauigkeit vs. Beeinflussbarkeit in der Steuerung

Nachdem wir nun einen Moment innegehalten haben, um über diese Ironie dieser Erkenntnis zu schmunzeln, stellt sich jetzt unweigerlich die Frage, was nun die Moral dieser Geschichte ist. Vorweg, diese Ausführungen sind nicht als Plädoyer dafür zu verstehen, jegliches Messen von Indikatoren und Einleiten steuernder Maßnahmen im Unternehmen einzustellen. Ein Dogma in der Führung („If You Can’t Measure It, You Can’t Manage It“) durch ein Phlegma zu ersetzen, kann nicht die Lösung sein. Vielmehr sollten zwei Gesichtspunkte dauerhaft stärker in der Unternehmensführung berücksichtigt werden:

Zum einen sollte zukünftig die „Beeinflussbarkeit“ einer Messgröße höher bewertet werden als ihre „Genauigkeit“. Nicht die Zahl hinter dem Komma ist entscheidend, sondern die Frage, in wie weit die Größe durch das Unternehmen und seine Steuerung direkt und möglichst frühzeitig beeinflusst werden kann. Zum anderen sollte, darauf aufbauend, besser zumindest der Versuch unternommen werden, das Unternehmen und seinen Erfolg in ihrer Wechselwirkung mit einer sich wandelnden Umwelt darzustellen (bspw. mittels einer treiberbasierten Planung), statt auf die Scheingenauigkeit der internen, erst im Nachhinein auftretenden finanziellen Resultate zu vertrauen.

 

Wie ist Ihre Einstellung zu dieser Thematik? Sehen Sie auch die Notwendigkeit, auch schwer greifbare Messgrößen zu nutzen und dabei die Grenzen des eigenen Einflusses auf den Unternehmenserfolg zu berücksichtigen? Oder vertrauen Sie bei der Steuerung nach wie vor auf das, was in Euro und Cent ausgewiesen werden kann? Ich freue mich auf eine spannende Diskussion in den Kommentaren zu diesem Beitrag.

Risikomanagement

„Bedingt abwehrbereit“ – so der Titel zum Artikel im SPIEGEL, Ausgabe 41 vom 10.10. 1962 sowie der Titel zur Sendung am 7.5.14 in der ARD. Für mich Anlass, zur Debatte in anderem Kontext.
Der Kalte Krieg war in all seinen Facetten völlig absurd. Man kann attestieren, dass die Länder versucht hatten Angriffe abzuwehren und hierfür der Einatz nahezu jeglicher Mittel recht war – auf keiner Seite aber wurde echtes (ganzheitliches) Risikomanagent betrieben, sonst hätte es niemals ein atomares Wettrüsten gegeben.
Kann man einerseits aus der Vergangenheit lernen und andererseits den Transfer des Themas Risikoprävention in die Unternehmenswelt schaffen? 1962 war der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt Polizeisenator von Hamburg. In der ARD-Dokumentation von Stefan Aust äußert er sich zum Kalten Krieg: eine „…permanente Kalkulation mit dem Wahnsinn…“ und: „Wir hatten Glück gehabt“. Das initiierte in mir den Gedanken zu diesem Blog.

 

Abwehrbereit durch Risikomanagement?

Inwiefern sind Unternehmen oder öffentliche Betriebe abwehrbereit? Natürlich keine Abwehrbereitschaft gegen atomare Angriffe, aber eben Abwehrbereitschaft gegen unternehmerische Risiken. Wenn ich mit unterschiedlichen Unternehmensvertretern und Führungskräften über das Thema Risikomanagement diskutiere, habe ich oft das Gefühl, dass es nicht ernst genommen wird, zumindest nicht ernst genug. Natürlich erfüllt man meist die Pflicht aus KonTraG, HGB usw. – aber ich glaube, dass die Pflichterfüllung alleine nicht ausreicht. Vor allem: Wie agieren die Führungskräfte in Körperschaften, die gar keiner Pflicht unterliegen?
Man muss überzeugt sein.

Risikomanagement ist kein Projekt mit einem klaren Anfang und einem irgendwann folgenden Ende. Es ist quasi die permanente Pflicht eins jeden Unternehmenslenkers, sein Tagesgeschäft an der Strategie zur Abwehr von Risiken auszurichten und gleichzeitig Chancenmanagement zu betreiben. Nichts dem Zufall überlassen, sondern strukturiert planen und handeln. Eine SWOT-Analyse kann hierbei als Initialprojekt sehr hilfreich sein. Intern oder extern moderiert lassen sich so im Team Stärken, Schwächen, Gefahren und Chancen erkennen, bewerten und managen, um nicht zuletzt die erforderlichen Maßnahmen daraus abzuleiten.
Dauerhafter Erfolg kann kein Produkt des Zufalls oder Glückssache sein. Auf lange Sicht haben nur die Organisationen eine Überlebenschance, die aktiv gestalten und nicht nur auf das Glück hoffen.

Gerne diskutiere ich mit Ihnen weiter, damit wir nicht mit dem Wahnsinn kalkulieren, sondern mit den Unternehmenspotenzialen.

Ihr Dieter Buchdrucker

digitale revolution

Live aus Salzburg! Instandhaltungstage 2014

 

Instandhaltertage 14

Die letzten Vorbereitungen sind getroffen und die Taschen sind gepackt. Wir freuen uns auf einen interessanten Kongress, einen regen Austausch mit Ausstellern, Teilnehmern und Referenten – und Ihre Kommentare, Ideen und Meinungen auf unserem Blog. Nutzen Sie die Gelegenheit, an dieser Stelle einen informativen Wissens- und Meinungszirkel rund um die „Instandhaltungstage 2014“ zu beginnen.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare und Diskussionen, gerne auch hier unter diesem Blogbeitrag.

 

Die IStand SalzburgNSTANDHALTUNGSTAGE waren wieder ein beliebter Branchentreffpunkt für Experten und Praktiker aus der Instandhaltung. Vernetzung, Erfahrungs- und Wissensaustausch standen vom 8. bis 10. April 2014 in Salzburg im Mittelpunkt.

FachbesucherInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden beim dreitägigen Kongress erwartet. Die Instandhaltungsspezialisten von Messfeld GmbH, dankl+partner consulting und MCP Deutschland organisierten den Branchentreffpunkt wieder optimal. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Nationale und internationale Firmen nutzten die INSTANDHALTUNGSTAGE, um ihre Produkte und Dienstleistungen dem Fachpublikum zu präsentieren.

So auch die IFC EBERT. Wir konnten die Teilnehmer und Aussteller über unsere Tagung „Instandhaltung“ am 02. und 03. Dezember 2014 in Nürnberg informieren und mit den Ausstellern interessante Gespräche bezüglich einer Kooperation bzw. Partnerschaft, für unseren Kongress, führen. Die regen Diskussionen haben uns gezeigt, dass wir mit den gewählten Themen die Interessengebiete und Informationsbedarfe der Teilnehmer und Aussteller getroffen haben.

Eindrücke von den Instandhaltungstagen:

Wir wünschen Ihnen schöne Ostertage und freuen uns auf die Instandhaltungstage 2015.

Herzlichst Ihre Christine Mezger

Zeitmanagement

Zeit die Uhren umzustellen!

Der Frühling hat bereits begonnen und schon vor dem offiziellen Frühlingsanfang wurde Deutschland mit sonnigen warmen Tagen beglückt.

Wie jedes Jahr steht dann auch wieder die Umstellung der Uhren von Winter- zu Sommerzeit an. Dieses Wochenende war es soweit, in der Nacht zum Sonntag wurden die Uhren umgestellt – was eine Stunde weniger Zeit bedeutet. Und das, obwohl der Tag doch sowieso nur 24 Stunden hat!

Ein Termin jagt den Anderen, eine Besprechung folgt der Nächsten und zwischendurch sollten die Termine noch gründlich vorbereitet werden. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Zeit förmlich an einem vorbeirast – ungebremst versteht sich.

Kehrt man dann endlich dem beruflichen Alltag den Rücken zu und begibt sich in den wohlverdienten Feierabend – die sogenannte Freizeit – steckt man schon mitten im Freizeitstress, denn auch hier ticken die Uhren unermüdlich. Abendessen mit dem Partner, Verabredung zum Fußball mit den Freunden oder auch nur der Gang ins Fitnessstudio. Um das alles unter einen Hut zu bekommen bedarf es einer Top Organisation – einem funktionierenden Zeitmanagement!

Zeitmanagement und Prozessoptimierung

Getreu dem Motto „Stecke mehr Zeit in deine Arbeit als Arbeit in deine Zeit“  (Max Frisch) muss es gelingen mit minimalem Zeitaufwand das optimale Ergebnis zu erreichen. Dies gilt sowohl für jede Einzelperson als auch für Unternehmen.

In Unternehmen treffen viele Personen aufeinander. Um dabei das bestmögliche zu erreichen, was Zeit und Endresultat betrifft, bedarf es einer optimalen Prozessstruktur, sprich ein optimales Zeitmanagement.

Wie ein reibungsloses Ineinandergreifen des Uhrwerks in den unaufhaltsam tickenden Uhren.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Definition neuer Prozesse oder bei der Optimierung Ihrer bisherigen Prozessstruktur um ein auf Ihre Bedürfnisse individuelles Zeitmanagement zu gewährleisten.

Diskutieren Sie hier über Ihre Erfahrungen mit dem Zeitmanagement.

Geschäftsmodell

Ein Geschäftsmodell liefert Antworten.

Der unternehmerische Erfolg ist kurzfristig immer in Gefahr. Die klassische Orientierungsgröße Gewinn, die schon seit jeher nur bewiesen hat, dass wir in der Vergangenheit richtig entschieden und gehandelt haben verliert mehr und mehr an Bedeutung (prominentes Beispiel: Nokia). Die Betriebswirtschaftslehre hat die strategische Orientierungsgröße Potential eingeführt, welche auf Grund der notwendigen Erfassung von weichen Bewertungsgrößen jedoch schwerer greifbar ist. Hierdurch ist sie nie richtig in den Diskussionen der Führungsebene angekommen und in Controlling-Systemen abgebildet worden.

Als Lösung bietet sich daher, im Sinne eines „Bridging Ansatzes“, das Fokussieren der Managemententscheidungen auf das Geschäftsmodell an. Dessen Orientierung ist langfristig genug, um strukturelle Positionen zu definieren und gleichzeitig kurzfristig genug um die erfolgreiche Realisierung sofort messen zu können. Also eine ideale Brücke zwischen strategisch Gewolltem und operativ Realisiertem.

Hierbei muss das Geschäftsmodell Antworten darüber liefern, welcher Nutzen die Leistungen des Unternehmens von der Konkurrenz abhebt, wie die hierfür notwendige Wertschöpfung strukturiert und organisiert wird und wie hierdurch die strategischen Potentiale in operative Gewinne überführt werden.

Welche Dimensionen charakterisiert ein Geschäftsmodell?

Wie sind diese ausgeprägt?

Wo sind wir und wo wollen wir uns positionieren?

Antworten finden sie unter: https://www.ifc-ebert.de/fuehrung-und-strategie/

Wir freuen uns auf Ihre Diskussionen hier oder ein persönliches Gespräch.

digitale revolution

Am 20. März 2014 ist es endlich wieder soweit. Nach einem viel zu warmen Winter beginnt am Donnerstag der vielgeliebte Frühling. Bäume, Sträucher und Blumen treiben aus, erste Blüten zeigen sich. Blütenstaub liegt in der Luft und verfärbt die Umwelt in ein dezentes Gelb-Braun.  Allergiker und Hausfrauen/-männer freuen sich gleichermaßen darüber. Ein Phänomen dieser Jahreszeit ist auch der Frühjahrsputz. Fenster werden geputzt, Terrassen und Balkone von Moos und kleinen Grashalmen befreit, Beete neu angelegt und das Auto auf Hochglanz poliert. Ein Bild, das jeder sofort mit dieser Jahreszeit assoziieren kann. Stellen wir uns noch für einen kurzen Augenblick ein kleines schwäbisches Dorf in der Nähe von Stuttgart vor. Hören Sie die Senioren, wie sie am Gartenzaun stehen und ihre gerade frisch geputzten Fenster anschauen: „Die Fenschter hen da in dr‘ Eck immer no Blütenstaub. Da müsset mir nomal gründlicher putza!“ Auch das ein Bild, das unser Kopfkino sofort zum Leben erweckt. Den doch meist wahren Vorurteilen sei Dank!

Frühjahrsputz

Wenn wir nun mit genau diesen Gedanken in ein Unternehmen blicken, was sehen Sie dann? Sehen Sie nur gut funktionierende Abläufe oder gibt es auch dort eingestaubte Strukturen die einen Frühjahrsputz dringend nötig haben? Und wenn ja, wie gehen Sie dabei vor? Wird der Staub oberflächlich entfernt, so dass es kurzfristig wieder spiegelt und glänzt oder lassen Sie auch hier die viel gepriesene schwäbische Gründlichkeit walten? Diskutieren Sie in diesem Blog mit uns und erfahren Sie, was es bedeutet, verstaubte Strukturen aufzubrechen und neue, effiziente Strukturen für eine positive Unternehmenszukunft zu entwickeln. Gerne helfen wir Ihnen dabei mit unserer schwäbischen Gründlichkeit!

„Früher…“ waren die Zeiten zwar, entgegen der landläufigen Meinung, nicht prinzipiell besser, hinsichtlich der strategischen Steuerung von Unternehmen jedoch möglicherweise einfacher. Generell setzt sich die strategische Unternehmensführung, abseits von Kandidaten, welche die prozentsatzbasierte Hochrechnung des aktuellen Tagesgeschäfts über mehrere Jahre als solche bezeichnen, primär mit dem Denken und Handeln in (Erfolgs-)Potentialen auseinander. Ein Erfolgspotential stellt dabei die „Chance auf zukünftigen Gewinn“ dar. Diese Potentiale gilt es zu erkennen, aufzubauen und schließlich gewinnbringend ökonomisch zu nutzen. Doch auch wenn dieses „früher“ für viele Unternehmen eher noch ein „heute“, wenn nicht gar ein „morgen“ oder „irgendwann einmal“ ist, fordern uns die Zeichen der Zeit dazu auf, an dieser Stelle wieder weiter zu denken.

 

Neue Formen der strategischen Bewertung

Griffige Beispiele für in der Vergangenheit genutzte Erfolgspotentiale sind beispielsweise die benutzerfreundliche Touch-Screen Technologie von Apple oder PayPals Umsetzungskonzept eines weitreichend akzeptierten Online-Bezahlsystems. Auch wenn hierbei keine Garantie auf Erfolg vorlag – diese werden im Wettbewerbsumfeld ja eher spärlich vergeben – konnte man sich mit der für das strategische Handeln notwendigen Antizipationsfähigkeit doch noch deutlich ausmalen, wie sich aus diesen Potentialen erfolgreiche Produkte bzw. Geschäftsmodelle ableiten lassen.

Betrachtet man die kürzlich erfolgte Übernahme von WhatsApp durch Facebook, ist dies sicherlich auch als strategisch ausgerichtete Entscheidung zu betrachten, wirft WhatsApp doch aktuell trotz hoher Nutzerzahlen nicht die Gewinne ab, welche einen Kaufpreis von 19 Milliarden Dollar innerhalb einer operativen Perspektive ammortisationsfähig erscheinen lassen. Doch selbst in einer strategischen Betrachtungsweise scheint die Einordnung von WhatsApp als Erfolgspotential, im Hinblick auf die Bürde der bezahlten „Ablösesumme“, etwas gewagt. Denn aktuell bleiben, zumindest aus externen Sicht, viele Fragen offen. Fragen hinsichtlich der Akzeptanz einer denkbaren Verschärfung der Nutzungsgebühren, der Möglichkeit von Werbeplatzierungen, dem wachsenden Wunsch vieler Anwender nach mehr Privatsphäre sowie insbesondere bzgl. dem aktuellen Trend zu alternativen Anbietern von Messaging Diensten.

 

Bewertungsinstrument Potential-Potential?

Wenn wir nun jedoch wohlwollend annehmen, dass Facebook das Geld nicht nur in WhatsApp investiert hat, weil das kalifornische Wetter zu selten Gelegenheit bietet, damit den Kaminofen zu befüllen, muss in den Köpfen der Entscheider ja eine klare Vision darüber vorhanden sein, wie dieses zugekaufte Potential zu einem zukünftigen Zeitpunkt für Facebook gewinnbringend eingesetzt werden kann. In diesem Fall folgt dieses Potential jedoch nicht mehr einem mehr oder weniger kausalem Zusammenhang von der Entwicklung einer Idee bis hin zu deren erfolgreichen Platzierung auf dem Markt, sondern ist, wie bereits angesprochen, von einer ganzen Reihe von ökonomischen und gesellschaftlichen Faktoren abhängig, deren für Facebook günstige oder ungünstige Entwicklung über das Wirksamwerden des Potentials bestimmen. Aus der „Chance auf zukünftigen Erfolg“ wird hierbei quasi die „Chance auf eine Chance auf zukünftigen Erfolg“, oder um es in der Logik eines ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten und bekannten Rhetorik-Artisten auszudrücken: ein Potential-Potential (Vgl. Stoiber, E.: http://www.youtube.com/watch?v=du85qeZrAt4 ).

Natürlich gab es auch in der Vergangenheit Konzepte, Produkte und Geschäftsmodelle, die nie den erhofften Umsetzungserfolg erlebt haben. Der Weg vom Flughafen zum Hauptbahnhof München in 10 Minuten, um im Kontext zu bleiben, gestaltet sich heute noch ebenso unmöglich wie die genauere Interpretation der dazugehörigen Aussagen (http://www.youtube.com/watch?v=f7TboWvVERU). Neu ist jedoch die Situation, dass selbst große Teile der Fachpresse keine positive Analyse oder Auslegung einer strategischen Entscheidung – dem Kauf von WhatsApp – gelingt, und sich die Auseinandersetzung mit den Motiven und Umsetzungsmöglichkeiten als munteres Rätselraten gestaltet. So ist die Kreation des Begriffs Potential-Potential von meiner Seite aus nicht in wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit zu betrachten, jedoch als klare Fragestellung, welche Anforderungen bzw. Ansprüche ein Unternehmen heute an die Erfolgswahrscheinlichkeit seiner strategischen Potentiale stellen kann und darf.

Wie sehen Sie die Auswirkungen dieser neuen Realität auf die strategische Unternehmensführung? Werden mehr Unternehmen dazu bereit sein müssen, auch in aktuell schwer greifbare Potentiale zu investieren oder verbleiben solche „Wetten auf die Zukunft“ eher ein Privatspielplatz für Organisationen mit entsprechenden überschüssigen Festgeldkapazitäten?

 

Epilog

Zur Ehrenrettung von Herrn Dr. Stoiber sei an dieser Stelle vermerkt, dass ich bei der Suche nach den entsprechenden Zitaten darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Begriff „Kompetenz-Kompetenz“, auf den dieser Beitrag anspielt, keine kreative Wortschöpfung des ehemaligen Ministerpräsidenten darstellt, sondern ein tatsächlicher Bestandteil der Amtssprache von Gerichten und Behörden ist. Ob jedoch die Tatsache, dass eine Thematik in deutschen Amtsstuben praktiziert wird, diese von kritischer bis spöttischer Betrachtung verschonen sollte, halte ich persönlich für ähnlich fraglich, wie den Erfolg mancher Milliardeninvestition in ein Potential-Potential.

Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wohnungswirtschaft

„Wohnungswirtschaft entwickelt Branchenkodex für nachhaltiges Management“

(vgl. hierzu Interview mit Axel Gedaschko und Peter Stubbe in DW Die Wohnungswirtschaft 03/2014, S. 76 ff).

Orientiert am Deutschen Nachhaltigkeitskodex sollen spezifische Kriterien für eine nachhaltige Unternehmensführung von Wohnungsunternehmen bestimmt werden.

Damit könnte es gelingen, die Themen Corporate Social Responsability (CSR), Werteorientierung, Compliance und dauerhafte Existenzsicherung (Nachhaltigkeit) zu bündeln und eine wesentlich stärkere Strategieorientierung in den Führungsebenen der Wohnungsunternehmen zu implementieren – aus meiner Sicht ein sehr sinnvolles Ziel!

Die GdW Arbeitshilfe 73 enthält bereits Vorschläge für eine standardisierte Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wohnungswirtschaft. Diese sind natürlich den unternehmensspezifischen Anforderungen anzupassen (Inhalte, Detaillierungsgrad..) und praktikabel zu gestalten – grundsätzlich aber eine geeignete Basis für die Entwicklung individueller Lösungen.

Wie weit sind Sie bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wohnungswirtschaft?

Neurowissenschaften

Ein Experiment mit Fruchtfliegen (aus dem Biologie-Unterricht vielleicht noch bekannt als Drosophila melanogaster) hat es gezeigt: Im künstlich erzeugten oder unterdrückten  Wettbewerb um paarungswillige Weibchen nimmt bei den konkurrenzlos agierenden Männchen die Lernfähigkeit deutlich ab. Und dies im Langzeitvergleich über 100 Fliegengenerationen hinweg. Muss daraus also gefolgert werden, dass monopolistische Strukturen dümmere Verhaltensreaktionen mit sich bringen und umgekehrt Wettbewerbssituationen eine größere Klugheit nach sich ziehen?

 

Das Gehirn IST Realität, wir SIND unser Gehirn

Das Beispiel macht das Dilemma der populären Neurowissenschaften offenbar: Aus Beschreibungen werden Begründungen abgeleitet, aus Ist-Analysen resultiert (vermeintliches) Verstehen. Das Gehirn IST Realität, wir SIND unser Gehirn, da sich alle bewussten und unbewussten Erkenntnisse (und Lernen bedeutet eben dies: die Verarbeitung von Erfahrungen in Wissen und neuen Handlungspotenzialen) letztlich auf physikalische und chemische Zustandsveränderungen in unseren Köpfen zurückführen lassen. Oder, wie dies der prominente Neurowissenschaftler Gerhard Roth formuliert: Unser Bewusstsein, also unser Wissen, dass und wie, wer oder was wir dabei sind, ist lediglich ein „emergenter Zustand“ eines hyperkomplexen, sich selbst immer wieder neu erfindenden Systems. Es bleibt weiter spannend, die Vielfalt der Neuroprozesse und -funktionen zu entdecken und räumlich und inhaltlich zuordnen zu können. Dennoch sind die Ableitungen aus diesem Wissen häufig falsch, weil schlicht zu trivial. Das Fliegenexperiment zeigte im Übrigen auch ähnliche Lernfortschritte bei den Weibchen, obwohl diese von der Konkurrenzsituation gar nicht tangiert waren. Sind Frauen also generell klüger als Männer? Nein, urteilten die (männlichen)Wissenschaftler: Sie waren dieser nur später, nämlich im Kampf um den Eiablageplatz mit ihren eigenen Geschlechtsgenossinnen, ausgesetzt.

Festzuhalten bleibt: Wir sind also nicht(s) ohne unser Gehirn, – doch ist unser Gehirn auch nicht etwas ohne uns.  Unsere Motivation – nicht nur zum Lernen – wird im Gehirn zunächst unbewusst durch den Dopamin ausschüttenden und uns dadurch in einen euphorischen Zustand versetzenden Nucleus accumbens gesteuert. – In diesem Sinne: denken Sie einfach weiter und freuen Sie sich über jede neue Herausforderung, denn das hält Ihre Lernfähigkeit auf Trab!

Ihre Anja Ebert-Steinhübel

Neuro

Die Neuro-Welle läuft nun seit über 10 Jahren, so dass kaum mehr von einem Trend, sondern mittlerweile von einer massiven Bewegung zu sprechen ist, an die sich unterschiedlichste Disziplinen mittels Bindestrichen angehängt haben. Ob Neuropsychologie, -marketing oder –leadership: in nahezu allen empirischen Wissenschaften kann das unglaubliche Wissen darüber, wie unser Gehirn strukturiert ist und funktioniert nun scheinbar letzte Begründungen darüber geben, warum wir als Individuen so sind, wie wir sind und wie wir dabei fühlen, denken und handeln.

Neuro ist chic, leuchtet auch Laien meist unmittelbar ein und ist damit eine willkommene Bereicherung von Vorträgen, Seminaren und Kongressen. Die Massenmedien pflegen den Hype eifrig mit und informieren das interessierte Publikum bspw. in mehrseitigen Artikeln von Focus, Spiegel oder Stern.

 

Neuro fasziniert, ganz klar: denn durch die seit den 1990ern eingeführten bildgebenden Verfahren der sogenannten Magnetresonanztomografien können wir quasi dem Gehirn beim Denken zusehen. Erschreckenderweise sehen wir dabei auch, dass häufig unsere Gehirne bereits agieren, bevor wir selbst entschieden haben, handeln zu wollen. Das wirft die nicht nur ethisch bedenkliche Frage auf, wieviel Freiheit uns als Personen überhaupt noch bleibt. Der Streit hierüber ist zwischen eher reduktionistisch eingestellten Hirnforschern und dualistisch oder integrativ vermittelnden Psychologen, Philosophen und Klerikern bis heute offen.

Ab auf den Neuro-Zug?

Können und sollen also Organisationen auf den Neuro-Zug aufsteigen – oder lieber die Finger davon lassen? Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Es ist richtig, dass viele, häufig trivial erscheinende Erkenntnisse über das menschliche Gehirn stärker ins Bewusstsein der Mitarbeiter und Führungskräfte gebracht werden müssen. Denn die Reflexion darüber, wie Menschen ticken – und zwar auf höchst individuelle Art und Weise einerseits sowie in gleichförmigen, sich wiederholenden Mustern andererseits – hilft in jedem Fall, die Qualität der Führungs-, Entscheidungs-, Kommunikations- und Lernprozesse direkt zu verbessern. Aber es bedarf eben dieser, moderierten Form der Reflexion. Denn erklären bedeutet nicht voraussagen. Und eben darin liegen die größten Fallstricke jedes neuen Wissens über dieses unglaubliche Organ, dessen quantitative und qualitative Funktionalitäten bisher nur annähernd beschrieben sind, nicht jedoch in ihrem systemischen Zusammenwirken letztendlich erkannt.

Neuro ist und bleibt also – auch für die Autorin- unglaublich spannend und interessant. Das eigene Nachdenken, Abwägen und Ausprobieren ersetzt es jedoch nicht.

Wenn Sie gerade deshalb Lust auf eine Prise Neuro haben, dann fragen Sie uns doch danach – oder informieren Sie sich über unser Konzept des Learning Leadership, das zwar nicht neuro(logisch) etikettiert ist, dennoch aber viel Herz und Verstand verspricht!

Ihre Anja Ebert-Steinhübel

Auch auf einer grünen Wiese gibt es Stolpersteine – dann nämlich, wenn dort ein Unternehmen der Automobilbranche ein Montagewerk errichten möchte.

Darüber berichtet Herr Dipl.-Ing. Gerhard Stöger ( (Product-Line Manager Instandhaltung, Siemens AG Österreich).  Er erzählt von diesen Stolpersteinen bei der Errichtung von Instandhaltungsorganisationen an einem neuen Standort und warum er zu den INSTANDHALTUNGSTAGEN 2014 nach Salzburg kommt.

Lesen Sie hier das ganze Interview…

Die Veranstalter der Instandhaltungstage 2014 (dankl-partner consulting gmbh, Wals bei Salzburg) nutzten die Gelegenheit zu einem kurzen Interview mit Gerhard Stöger . Er wird das Projekt Errichtung von Instandhaltungsorganisationen in seinem Fachvortrag am 10. April 2014 in Salzburg ausführlich vorstellen. Erstmals findet im Rahmen der INSTANDHALTUNGSTAGE 2014 auch der Informationstag ‘Mobile Lösungen für die Instandhaltung am 9. April 2014 statt.

Das ausführliche Programm dieses Branchentreffs INSTANDHALTUNGSTAGE 2014 gibt es hier…

Beim dreitägigen Kongress von 8. bis 10. April 2014 in Salzburg werden FachbesucherInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet. Diskutieren Sie mit Experten und Praktiker über aktuelle Instandhaltungs-Themen und holen Sie sich Inputs für Ihre täglichen Herausforderungen. Auch die IFC EBERT wird dort wieder mit einem Informationsstand vertreten sein. Frau Christine Mezger wird über die Inhalte unserer nächsten „Fachtagung Instandhaltung“ am 2. und 3. Dezember 2014 in Nürnberg informieren.

Ihre Christine Mezger

Hochschulentwicklungsplan

Hochschulentwicklungsplan oder: Hochschulen nutzen ihre Potenziale…

Wenn Hochschulen sich Gedanken über die mittel- bis langfristige Entwicklung machen, dann nennt man das Hochschulentwicklungsplan. Wie strukturiert und akzentuiert eine solche Planung abläuft, hängt von vielen Faktoren ab: So kann die Entstehungsgeschichte der Universität ein Indiz für eine Neuausrichtung sein, getreu dem Motto: „back to the roots“. Lag der Schwerpunkt früher beispielsweise in der Landwirtschaft, bietet man heute neben den Agrarthemen sicherlich auch wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge an und führt auf zahlreichen Fachgebieten Forschungsprojekte durch – Vielfalt statt Einfältigkeit.
Fokussierung auf ursprüngliche Schwerpunkte, also die Konzentration auf Spezialgebiete, kann aber hilfreich sein, sich von anderen Hochschulen abzugrenzen und sich am Markt zu positionieren (wir sprechen von Wettbewerb). Das Eine tun, ohne das Andere zu lassen.
Solche Überlegungen sind Bestandteil einer strategischen Marktausrichtung à la Porter: Strategie der Kostenführerschaft, Strategie der Differenzierung oder Strategie der Nischenbesetzung. Eine kostenorientierte Strategie kann meiner Meinung nach nicht zum Ziel der langfristigen Existenzsicherung führen und birgt die Gefahr, einer Fehlsteuerung. Das soll jedoch nicht heißen, dass Kosten keine Rolle spielen – die Wirtschaftlichkeit des hochschulischen Handelns muss in jedem Fall gewährleistet sein (was die Anwendung von Controllinginstrumenten, wie insb. die Kostenrechnung, erfordert, um die Effizienz in den Prozessen messen zu können).
Die Differenzierungs- und Nischenstrategien hingegen, sind m.E. genau die richtigen: sich abheben von anderen Hochschulen. Die Ausnutzung von Standortvorteilen, wissenschaftlichem Know-how, guten Beziehungen zu Unternehmen und politischen Gremien, um nur einige wenige Potenziale zu nennen, wäre der strategische Ansatz. Schwerpunkte setzen, die Kernkompetenzen ausreizen.
Dies alles kann mit einer Potenzialanalyse (Stärken und Schwächen sowie Gefahren und Chancen) strukturiert ans Tageslicht geführt werden. Schließlich schafft man somit die Basis für ein Chancen- und Risikomanagement, was wiederum den Hochschulentwicklungsplan mit wesentlichen Planungsinformationen speist.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich der Zukunft zu widmen? Es gibt keinen falschen.

Ihr Dieter Buchdrucker
Strategie für Hochschulen