digitale revolution

Dieses Jahr wieder in Klagenfurt! Instandhaltungstage 2015

Die Instandhalterbranche trifft sich dieses Jahr wieder vom 21. bis 23. April 2015 im Wörthersee Stadion Klagenfurt zu den INSTANDHALTUNGSTAGE 2015.

Wie immer finden an den ersten beiden Tagen Fachtrainings sowie ein Informationstag statt. Am dritten Tag ist ein Kongresstag mit Vorträgen und begleitender Fachausstellung vorgesehen.

Nationale und internationale Firmen nutzten die INSTANDHALTUNGSTAGE, um ihre Produkte und Dienstleistungen dem Fachpublikum zu präsentieren.

Die IFC EBERT wird auch wieder mit dabei sein und freut sich auf einen interessanten Kongress, einen regen Austausch mit Ausstellern, Teilnehmern und Referenten.

Nutzen Sie die Gelegenheit, an dieser Stelle einen informativen Wissens- und Meinungszirkel rund um die “Instandhaltungstage 2015″ zu beginnen.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare und Diskussionen, gerne auch hier unter diesem Blogbeitrag.

 

Herzlichst Ihre Christine Mezger

Innovation

Auf meinem Xing Profil habe ich seit einiger Zeit die Aussage „Don‘t make excuses – make it happen!“ als Leitmaxime an oberste Stelle platziert. Sicherlich kein sonderlich tiefschürfendes Prinzip, aber doch ein recht deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl daraufhin, was Unternehmen aus meiner Sicht davon abhält, dauerhaft erfolgreich zu sein: Die Suche nach Entschuldigungen für den Stillstand, statt der Suche nach Umsetzungsmöglichkeiten für neue Ideen.

 

Innovationsbeispiel von ZDF

Ein positives Beispiel, wie solch eine konsequente Umsetzung von Neuem auch bei einer traditionsreichen Institution funktionieren kann, liefert überraschenderweise unser „Zweites Deutsches Fernsehen“. „Überraschenderweise“, da ich ansonsten eher dem Personenkreis zuzurechnen bin, welcher der zwangsgebührenfinanzierten Fernsehunterhaltung gerne mal per se das Existenzrecht abspricht.

Trotzdem möchte ich hier – ausnahmsweise völlig sarkasmusbefreit – auf ein positives Beispiel für eine mutige und gleichzeitig schlau gelöste Innovationsumsetzung hinweisen: den Spartensender „ZDF Neo“ und insbesondere das höchst amüsante „Neo Magazin“ mit dem Satiriker Jan Böhmermann. Der Sender ZDF Neo soll für das ZDF zwei Zielsetzungen verfolgen: Ein jüngeres Publikum ansprechen und dabei gleichzeitig als „Testballon“ für talentierte Moderatoren und neue Sendungskonzepte dienen. Diese Methodik scheint erste Früchte zu tragen, denn das Neo Magazin wird ab Februar 2015 einen Sendeplatz beim „Muttersender“ ZDF erhalten. Dabei bleibt natürlich die Frage offen, ob Pointen des Neo Magazins wie „Unser Hashtag zum „Thementag Sucht“: #legalizemeth“ einen besonders hohen Deckungsgrad zum Humorverständnis der „Best Ager“-geprägten Kernzielgruppe des ZDF aufweisen. Ich sehe hier die sogar die Gefahr, dass zumindest Teile dieses Publikums schon das Wort „Hashtag“ als subversiven Sprachgebrauch aus dem Drogenjargon einstufen.

 

Aspekte der Innovationsumsetzung

Doch solche Be- bzw. Verurteilungen sollen den üblichen Berufsbetroffenen vorbehalten bleiben. An dieser Stelle stehen die positiven Aspekte der Vorgehensweise des ZDF im Bereich Innovationsumsetzung im Fokus, welche sich wie folgt summieren lassen:

  1. Der Mut, Neues zu wagen –unabhängig davon, wie das Kerngeschäft aussieht.
  2. Die Bereitschaft, auf diesen neuen Wegen Kontroverse zu erzeugen und anzuecken.
  3. Die Cleverness, dafür einen abgrenzten Versuchsbereich zu nutzen.

In der Praxis vieler anderer Unternehmen ist der Innovationsprozess eher von folgenden Konstanten geprägt:

  1. Fokus auf langatmige Entwicklungsprozesse und Machbarkeitsstudien, um sich vor sämtlichen Gremien abzusichern,
  2. Festhalten an bestehenden Normen und Werten, um den Glanz alter Siege zu bewahren,
  3. Zielsetzung einer absoluten Passgenauigkeit neuer Konzepte in die gegebene Struktur und Außendarstellung.

Im Zusammenwirken führen diese Maximen zur maximalen Gewissheit, dass sich immer genug interne und externe Bedenkenträger finden, um jede Idee, welche zu innovativ, zu tief greifend oder zu kontrovers wirksam sein könnte, schnellstmöglich zu Grabe zu führen.

 

Auswirkungen des Innovationsprozesses

Die Auswirkungen dieses Innovationsprozesses, der als Widerspruch seiner selbst gelebt wird, fallen in der Praxis sehr unterschiedlich aus. Wenn Großkonzerne, mit entsprechenden Liquiditätsreserven, in die selbst errichtete Weiterentwicklungsblockade laufen, gleichen sie dies gerne mit dem Aufkaufen entsprechender Start-ups oder Kleinunternehmen aus. Bei der Bullshit-Bingo Runde auf der Vorstandsebene läuft das dann gegebenenfalls als „Outsourcing-Konzept für autonome selbstorganisierende Innovations-Prozesse“.

Für kleine und mittelständische Unternehmen mit einem vergleichbar bedauernswerten Verständnis von Innovation verläuft die Entwicklung hingegen weniger erfreulich. Verschlafener Wandel bedeutet bei dieser Unternehmensgröße zumeist: verschlafener Wandel. Dabei ist ein besserer Weg durchaus machbar, wenn Unternehmen den Mut haben, ihr eigenes „ZDF Neo“  zu etablieren: gerne fernab der alten Produkte, Zielgruppen und Außendarstellung. So kann im Bereich der Produkt- oder Dienstleistungsinnovation ein herausforderndes Tätigkeitsfeld für junge Talente entstehen, statt der gegebenen Arena der Rechtfertigungs-Rhetorik für alteingesessene Bedenkenträger.

 

Fazit

Natürlich gilt hier einmal mehr: Wer Neues wagt, riskiert dummerweise auch immer, dabei zu scheitern. Fehler müssen also als Chance zu lernen verstanden werden und nicht als Gelegenheit zum Fingerzeig auf andere Personen, verbunden mit der bedenklichen Zufriedenheit darüber, zum Glück mal wieder selbst nichts riskiert zu haben. Nur so entsteht für Unternehmen die Chance, neue Interessenten, Kunden und Fans zu gewinnen, statt den eigenen Lebenszyklus mit einer bestimmten Zielgruppe oder gar einem bestimmten Trend zu verknüpfen.

Digitale Kanäle

Der Tisch ist gedeckt, der Kuchen bäckt im Ofen, jetzt nur noch die Küche aufräumen, duschen und anziehen… da klingelt es schon an der Türe: Der Besuch ist schon da. Deutlich zu früh. Deutlich zu zahlreich. Deutlich verändert. Und deutlich zu präsent. So wie mit diesem Besucher scheint es aktuell vielen Entscheidungsträgern in den Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen zu gehen, die sich mit bestem Gewissen auf das Eindringen der digitalen Phänomene in ihre Welt wappnen, während diese bereits weiträumig eingezogen sind. Besucher, Mitbewohner oder Dauergast? Der Umgang mit Digitalisierung offenbart alle Varianten und Möglichkeiten. Immer jedoch und ab sofort auf Dauer angelegt, und nicht nur auf Zeit.

Die eigene digital readiness erkennen

Deshalb muss das Zusammenleben gestaltet werden. Und es benötigt akzeptierte Regeln, um die unterschiedlichen Stile der analogen und digitalen Parteien zu integrieren. Im Idealfall resultieren daraus eine neue (Wohn-)Kultur sowie Chancen und Möglichkeiten für eine bessere ökonomische und soziale Performanz. Die Digitalisierung unserer Gesellschaft wird jedoch bei keiner Organisation mehr erst lange klingeln oder gar klopfen und lässt sich schon gar nicht auf umständliche Vertragsverhandlungen ein. Das muss man wissen, wenn man über die eigene Gastfreundschaft oder „digital readiness“ reflektiert. Wenngleich es sich bei vielen so anhört, als sprächen sie dabei über die Einführung von Aufzügen, Kaffee(voll)automaten oder Produktionsanlagen, die zwar die üblichen Prozesse erleichtern, nicht jedoch wesentlich in Frage stellen. Dies ist der Kurzschluss: Digitalisierung beinhaltet alle Ebenen der technischen Innovation. Sie erschließt sich jedoch nicht darin. Dass unsere Kommunikation immer zugleich analog und digital dimensioniert ist, formulierte Paul Watzlawick vor über 50 Jahren als unumstößliches Gesetz. Die Komplexität und Ubiquität der Interaktion dieser beiden Ebenen jedoch ist eine Folge ihrer neuartigen virtuellen technologischen Qualität.

Digitale Kanäle: Neue Möglichkeiten der Kommunikation

Deshalb bedeutet die digitale Transformation nicht nur ein Mehr an Möglichkeiten, sondern eine komplett neue und andere Form und Funktion der zwischenmenschlichen und organisationalen Kommunikation und Kooperation. Die digitale, überall und gleichzeitig auf unterschiedlichsten Kanälen medial vermittelte Kommunikation markiert – nach der Erfindung der Schrift, des Buchdrucks und der Entstehung der Massenmedien – die vierte kommunikative Revolution. Digitalisierung schafft nicht nur Raum für Neues, sondern verändert das Alte zugleich unumkehrbar mit. Die Fenster und Türen geschlossen zu halten, wird deshalb wenig nutzen. Aber wir können Regeln aufstellen für das neue Zusammenleben und unsere (gedanklichen) Häuser so um- und ausbauen, dass sie für die Energieströme der Zukunft gerüstet sind – und wir an kalten Tagen dennoch gemütlich um den alten Ofen herumsitzen können.

 

digitale revolution

Tagung der IFC EBERT rund um das Thema Instandhaltung

Die Tagung “Instandhaltung” findet vom 2. – 3. Dezember 2014 statt.

Sie ist durch dialogorientierte Vorträge, intensive Diskussionen im Plenum und einen umfassenden Erfahrungsaustausch mit Praktikern, Beratern und Wissenschaftlern geprägt und besitzen hierdurch ihren unvergleichbaren Charme. Am Abend des ersten Kongresstages gibt es Gelegenheit, sich in der vorweihnachtlichen Atmosphäre des traditionellen Nürnberger Christkindlesmarktes auszutauschen und zu netzwerken.

 

Tagung “Instandhaltung

Instandhaltung 4.0 entwickelt sich weiter –auf dem Weg zur intelligenten Instandhaltung

Zu den derzeit relevanten technischen und wirtschaftlichen Aspekten der industriellen Instandhaltung referieren unter anderem Experten der Festo AG & Co. KG sowie der Pilz GmbH & Co. KG aus der Unternehmenspraxis.

Weitere folgende Themen:

  • Richtlinien, Normen und gesetzliche Vorschriften – was ist für 2015 zu beachten?
  • Total Asset Management – neues Thema und Aufgabe?
  • Integrated Industry – wie geht das?
  • Sichere Instandhaltung – was ist zu berücksichtigen?
  • Digital Factory – wie viel Digitalisierung ist möglich?
  • Instandhaltung – Sichere Betriebsführung in der Praxis!

Weitere Informationen und Anmeldung zur Tagung Instandhaltung.

Wir freuen uns auf Sie!

 

… Talente binden noch viel mehr!

Duale Studienangebote liegen im Trend, denn immer mehr Auszubildende streben nach einer weiteren, akademischen Qualifikation, die ihnen Aufstiegsangebote auch nach ihrer praktischen Berufsbildung und -erfahrung garantiert. Hier müssen vor allem mittelständische Unternehmen – wesentlich stärker als bislang – attraktive Angebote bereithalten, um ihre Mitarbeiter und zukünftigen Führungskräfte nicht nur während der Ausbildung mit verantwortungsvollen Aufgaben zu betrauen, sondern diese auch darüber hinaus für das Unternehmen zu halten und deren Talente zu binden und zu nutzen. Ein duales Studium bietet hierfür gute Chancen, insbesondere dann, wenn es maßgeschneidert für die Unternehmen und ihre Studierenden angeboten wird.

Unser Projektleiter Werner G. Heim ist Spezialist für berufsbegleitende Studiengänge. In einem kürzlich geführten Interview hat er vor dem Hintergrund seiner über 15-jährigen Erfahrung einige Fragen zu unserem Career&Study-Programm beantwortet.

Das vollständige Interview gibt es hier!

digitale revolution

Heute in der Ausgabe 6 der Zeitschrift ‚Controlling‘ – im Dezember bei uns auf unserer Tagung Controlling – die aktuellen Herrausforderungen des Controllings:

Die „Bedeutung von IT Risiken und IT Sicherheit für Controller“ ist nicht nur ein Thema bei unserer Tagung am 02. und 03. Dezember 2014 in Nürnberg, sondern trifft genau den Zahn der Zeit. Dies zeigen Überschriften wie beispielsweise ‚IT-gestütztes Management und Controlling‘ oder ‚IT-Sicherheitsmanagement als Controlling-Instrument‘  in der aktuellen Ausgabe 6 der Zeitschrift  ‚Controlling‘.

Auch in Bezug auf das Thema Wettbewerbs- und Kartellrecht, welches in aktuellen Controlling- und Managementmagazinen aktiv diskutiert wird, bietet unsere Tagung Controlling interessantes Wissen und aktuelle Informationen. Ein Schwerpunkt werden dabei die „Controllingaufgaben im Zusammenhang mit dem Kartellrecht“ sein.

Die Tagung Controlling der IFC EBERT beweist damit wieder einmal ihre Aktualität und eine Themenauswahl am Puls der Zeit,  welche von  den zahlreichen Teilnehmern geschätzt wird.

Schließen auch Sie Ihre Sicherheitslücke! Lassen Sie sich inspirieren und werden Sie Teil der diesjährigen Tagung .

 

Ich freue mich auf Sie!

Vorurteile

Hilfe in Sicht: Forscher finden eine Impfung gegen Vorurteile … Im letzten Blogbeitrag zu den netten „Kästchen“ in unseren Köpfen – neudeutsch: „Schemata“, „Frames“, „Taggings“ oder „Scripts“ – habe ich darauf hingewiesen, dass es vorrangig nicht darum geht, diese komplett aufzugeben (was auch hirntechnisch bzw. neuropsychologisch nicht vorgesehen ist), sondern vielmehr darum, sie von Zeit zu Zeit (genauso wie die häuslichen Socken-, Foto-, Gewürz- und andere Schubladen) frisch zu ölen, auszumisten, neu zu sortieren etc..
Wie gefährlich nämlich Fehlsortierungen oder Sperrungen – weniger im Küchenschrank denn in sozialen Beziehungen und vor allem auch für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit sein können, beschreibt der Wissenschaftsjournalist Ed Young in der Zeitschrift Gehirn und Geist (10/2014): Stereotype Annahmen und Erwartungen über das Verhalten sozialer Gruppen können bei diesen massive Ängste und Bedrohungen auslösen („stereotype threat“), was über sich selbst erfüllende Prophezeiungen zu entsprechenden Verhaltensanpassungen führt: Wenn mich alle für einen Versager halten, werde ich dies über kurz oder lang vermutlich auch sein.

Der Rosenthal-Effekt

Bekannt ist dieser Mechanismus auch als Rosenthal-Effekt, bei dem die als besonders intelligent und engagiert bezeichneten Schüler überdurchschnittliche Leistungen erzielen, wohingegen die als faul und unfähig etikettierte Gruppe entsprechend schlechter – in der Wahrnehmung der Lehrpersonen ebenso wie in den Prüfungsergebnissen – abschneiden. Vor allem dann, wenn die Probanden selbst darauf hingewiesen werden, einer spezifischen Kategorie anzugehören („social tagging“), also beispielsweise vor einer Prüfung Geschlecht, Alter oder Hautfarbe ankreuzen oder benennen müssen, passen sie ihr individuelles Verhalten der vermeintlichen Leistungserwartung dem Klischee entsprechend an.
Neu ist diese Erkenntnis also nicht. Spannend sind aber die Forschungsergebnisse der jüngsten Vergangenheit, die nicht nur differenzieren, in welchen Fällen und bei welchen Persönlichkeits- und Verhaltensmustern die Konditionierung durch bedrohliche (oder auch unterstützende) Stereotype wirkt, sondern vor allem auch, wie sich dieser Teufelskreis durchbrechen lässt: Gegen das vermeintliche „typische“ Verhalten von weiblichen/männlichen, gebildeten/ungebildeten, jungen/alten, Minder-/ Mehrheits-Gruppenangehörigen kann eine Art mentaler Impfstoff verabreicht werden: Die Impfung gegen negative Erwartungen gelingt durch das Gegengift positiver Einstellungen, die das Selbstbewusstsein in Bezug auf die spezifische Situation stärken und damit gegenüber Vorurteilen seitens anderer resistent machen.

 

Stärkenorientierung gegen Vorurteile

Viele Inklusionsspezialisten betreiben bereits eine Impfung gegen Vorurteile, wenn sie unterstellten Defiziten mit einem stärkenorientierte Verhalten begegnen. Vom gesellschaftspolitischen, didaktischen und ökonomischen Ansatz abgesehen ist der Mechanismus jedoch vor allem für unsere ganz persönliche Entwicklung relevant: Die gedankliche Übung, eigene Werte und Wichtigkeiten für sich zu notieren und zu reklamieren, um schließlich mit anderen darüber zu kommunizieren, ist ein wesentlicher Beitrag für ganz praktischen wertschätzenden Umgang mit anderen und uns selbst. Wieder geht es nicht darum, Unterschiede zu nivellieren, sondern zu akzeptieren und die Kästchen weit zu öffnen, die als Vorurteile unsere Sicht einengen und versperren.

Führung und Kommunikation

Die Personalszene hat wieder ein neues Thema: dass nämlich die Gen Y gar nicht existiert – oder zumindest nicht in der Reinheit und Ausgeprägtheit, wie sie vielfach beschrieben, herbei zitiert und als wichtigste strategische Herausforderung oder auch als Schreckensszenario für die Unternehmen bedeutet wurde. Also wieder alles auf Anfang? Nein, denn die Diskussion zeigt, dass gerade die Etikettierung des Denkens und Verhaltens kompletter sozialer Gruppen notwendigerweise klischeebehaftet und vor allem undifferenziert sowie höchst fehlerhaft sind: Nicht jeder der heute zwischen 20- und 30-Jährigen ist so „selbstbewusst, anspruchsvoll, auf der Suche nach Sinn statt Status“ (DIE ZEIT 11/13) oder auch so „lazy, narcissistic and prone to jump from job to job” (www.livescience.de), dass er permanent etablierte Strukturen in Frage stellt und – stets im Blick auf die eigene Work-Life-Balance –persönliche Zuwendung, individuelle Unterstützung und maßgeschneiderte Angebote für sich reklamiert.

 

Revolution statt Evolution

Die Binsenweisheit, dass jede Jugendgeneration sich von ihren Vorgängern abzugrenzen und zu unterscheiden versucht und dabei nicht immer von den Älteren so ganz verstanden werden muss, gilt auch hier. Allerdings verweist das unterstellte Stereotyp auf einen gesellschaftsweiten Trend, der tatsächlich einen Unterschied macht, und zwar für alle Generationen im privaten wie im beruflichen Umfeld: Die Digitalisierung bedeutet eben keine Evolution, sondern eine Revolution der sozialen Kommunikation, die als globaler Veränderungsimpuls auf alle gesellschaftlichen Lebensbereiche trifft und gleichzeitig durch soziale Gegenbewegungen und neue Normen kollektiver Verständigung adaptiert und verändert wird.

 

Individuelle Führung und Kommunikation

Zurück zu den Kästchen: Welchen Nutzen haben diese in einer Zeit, in der basierend auf einem technologischen anything goes auch in sozialen Systemen neue Muster und Grenzverflüssigungen zum Normalfall werden und damit bestehende Typisierungen und Zuordnungen (wie jemand oder etwas zu sein hat) durcheinanderwirbeln. Die Kästchen werden also neu sortiert und komplex ineinander gestapelt. Genau darin könnte tatsächlich ein Unterschied der Generationen liegen: in der Bereitschaft und Fähigkeit, dieses nicht nur zu akzeptieren, sondern herauszufordern und damit eine immer größere Vielfalt an Chancen und Möglichkeiten in die Gesellschaft zu tragen. Und die Personaler? Können sich eigentlich darüber freuen und diese – zugleich alten und neuen – Aufgaben einer höchst individuellen Führung und Kommunikation mit den Mitarbeitern (jeden Alters) engagiert in Angriff nehmen.

 

Auswirkungen der Digitalisierung

„In ist, wer drin ist“

– dieser Trend wird wohl auch in den nächsten Jahren nicht unmodern. Die Digitalisierung unserer Gesellschaft  ist kein evolutionärer Prozess, sondern tatsächlich eine alle Individuen und Organisationen betreffende Revolution. Doch werden durch den Umbruch der medialen, technologischen und sozialen Kommunikation die Systeme als Ganze auch klüger? Oder zumindest innovativer? Wie verändert sich das Wissen quantitativ und vor allem qualitativ, und wo wird es gespeichert? Wer kann noch entscheiden, welche Reichweiten sinnvoll sind, welche Funktionen genutzt und welche Effekte eher eingedämmt werden sollten? Was bedeuten die virtuelle Kommunikation und Kooperation für den Einzelnen, wie arbeitet es sich in der Cloud, als ganz realer Mensch? Wer oder was agiert als Treiber und Gestalter, wer oder was bleibt freiwilliger oder unfreiwilliger Empfänger oder Konsument? Inwieweit sind also individuelle Abwägung und Positionierung überhaupt noch möglich, z.B. in Form einer internetfreier Phase der Adoleszenz?

Wenn es sicher ist, dass die Digitalisierung unser soziales Miteinander im Kern verändert, so sollten wir auch mitentscheiden können, wohin die Reise geht. Der Auftrag geht an die Akteure in Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Politik, und irgendwie auch an jeden Einzelnen von uns, wenn wir den den Anspruch an ein selbst gestaltetes soziales Leben aufrecht halten. Um diese Gedanken und Handlungsfelder zu sortieren, vor allem aber auch erst einmal zu formulieren, befinden wir uns aktuell – hätten Sie´s gewusst? – im Wissenschaftsjahr der Digitalisierung. Das vom Bundesbildungs- und Forschungsministerium initiierte Projekt will die Perspektiven der digitalen Kommunikation, des digitalen Wissens und der digitalen Wirtschaft ausloten und breit  diskutieren. Digitalisierung soll zugleich vorangebracht und hinterfragt, das bereits Selbstverständliche kommuniziert und zugleich neu gestaltet werden. Ob das gelingen kann? Tatsächlich bestünde darin die wichtigste Prämisse: durch das Verstehen der Digitalisierung ihre Möglichkeiten so zu nutzen, dass wir als Einzelne und als Gesellschaft besser (ob nun innovativer oder klüger sei noch dahin gestellt) und nicht (ob unseres verständnislosen Mittrottens) gemeinsam blöd.

 

Auswirkungen der Digitalisierung

Wohin führt also die Digitalisierung und was bringt sie für unser alltägliches Leben? Dazu führte dazu das Institut für Demoskopie Allensbach im Januar diesen Jahres 1.515 Face-to-Face-Interviews mit dem sogenannten repräsentativen Querschnitt der über 16-Jährigen durch. Die Einschätzung: durchaus offen. Die Aussichten: eher gemischt. So wird einerseits eine deutliche qualitative Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten und Sicherheitsstandards erwartet, die über eine größere Partizipation, bessere Zugänglichkeit und maximale Verfügbarkeit von Wissen die allgemeine Bildung durchaus vergrößern können (42 %). Womöglich effektiviert auch die Digitalisierung des Unterrichts im schulischen und akademischen Bereich die Lerneffekte der Schüler und Studierenden (51 bzw. 48 %). Zugleich stimmen jedoch 64 % der Befragten der Aussage zu, dass dieses ständig verfügbare Informationsangebot insgesamt dazu führt, „dass die Menschen weniger lernen und nachdenken“ werden. Das sollte zumindest nachdenklich stimmen.

Die Zukunftsprognose zielt auf die nächsten 10 Jahre, wir haben also noch ein bisschen Zeit, diese zu differenzieren oder besser zu beeinflussen. Bestehendes – und im Internet schnell auffindbares – Wissen gibt es dazu bereits: So hat der Systemtheoretiker und Soziologe Niklas Luhmann, der sich intensiv mit der Entwicklung von Medien in der Gesellschaft und der Gesellschaft durch die Medien befasst hat, bemerkt, dass wir uns grundsätzlich in einer Situation der Überforderung durch neue Medien befinden, auch wenn wir diese  selbst aktiv kreiert haben. Da grundsätzlich jedes neue Kommunikationsmedium unendlich viel mehr Möglichkeiten bereitstellt, Informationen zu finden, zu speichern und zu vermitteln, als der Einzelne bzw. die Gesellschaft jeweils verarbeiten kann, hinkt unser Begreifen den Möglichkeiten, uns auszudrücken und auszutauschen, stets deutlich hinterher. Für die nachhaltige Verbreitung und Etablierung neuer Medien müssen deshalb gleichzeitig neue Orientierungs- und Sortierungsinstrumente entwickelt werden, mittels derer das jeweils Mögliche auf das Bearbeitbare reduziert werden kann. Sowohl das Auftreten der Veränderungen als auch der Umgang damit sind – so beschreibt es Luhmann in der Entwicklungslogik menschlicher Gesellschaften – immer sozio-kulturell determiniert, d. h. von einer sehr unterschiedlichen Dynamik, je nachdem wie viel Neues eine soziale Formation zuzulassen oder aktiv zu entwickeln vermag. Wenn wir also Grenzenlosigkeit anstreben, so sollte uns zugleich klar sein, dass wir erst ein bisschen klüger werden müssen, um diese zu bewältigen und nicht darauf hoffen, dass dieser Zustand durch das Neue allein irgendwie eintreten wird. Digitalisierung ist ein solcher machtvoller Trend, der weder zu fürchten ist noch ignoriert werden kann. Doch selbst als lässige Smartphone-Verwender, Twittergrößen, Blogger, Social Media-Aktivisten oder Alltagsgoogler sind wir heute noch lange nicht in der Lage, die Chancen der Digitalisierung wirklich zu nutzen und die Risiken zu verstehen. Dazu helfen Aktionen von Politik und Wissenschaft sicherlich ein Stück weit. Die größte Wegstrecke jedoch obliegt jeder Organisation, jeder Familie und jedem Einzelnen allein, nämlich möglichst vieles über Digitalisierung zu lernen, um schließlich durch Digitalisierung – zumindest ein bisschen – klüger zu werden.

Ihre Anja Ebert-Steinhübel

Budgetierung

Nein. Schon wieder ein Beitrag über das Lieblingsthema der Controller? In gewisser Hinsicht stimmt’s. Ich schreibe gerne über Planung und Budgetierung. Nicht, um mir immer wieder selbst zu beweisen, dass ich mich damit auskenne, sondern vor allem deshalb, weil ich der Meinung bin: solange es (zu) wenig Praxisumsetzungen gibt, muss man wenigstens darüber reden oder schreiben. Mit Praxis meine ich übrigens auch die Hochschulpraxis. Wie sieht hier die Budgetierung aus? Und was versteht man unter Planung? Beides zusammengenommen ist oftmals die bloße Fortschreibung oder Hochrechnung der Vergangenheit in die Zukunft. Ziemlich einfach, vor allem aber langweilig und demotivierend. Motivation sieht anders aus. Motivation und Anreiz entstehen, wenn man Ziele vor Augen hat und die Chance gegeben ist, diese, mit einem gewissen Grad an Kreativität im Handeln, zu erreichen.

 

Methoden der Budgetierung

Die etablierten Methoden zur Budgetierung sind per se angebotsorientiert. Das heißt, dass den Budgetempfängern, gleich welcher Hierarchieebene, Geld zugesprochen wird (und davon aus Empfängersicht möglichst viel), damit man damit vermeintlich „gut wirtschaften“ kann. Der einzige Anreiz, der dadurch ausgelöst wird, ist der, dass man das Geld ausgibt. Und zwar bestenfalls vollständig, weil ansonsten die Gefahr bestünde, man bekäme in der nächsten Periode weniger. Geld allein war und ist selten ein guter Innovationsmotor. Wenn man aber Geld mit Zielvereinbarungen und Leistungsindikatoren zusammenbringt, dann kann man das klassische Modell insofern erweitern, dass man der existenzsichernden Finanzgrundausstattung (Strukturbudget) einen Leistungsanteil beifügt. Letzteren bezeichnen wir als Strategiebudget. Dieses ist quasi das Salz in der Budgetsuppe. Man könnte die Mahlzeit auch ohne Würze verspeisen, aber mit schmeckt sie besser. Also:

Wir wenden uns ab vom traditionellen Geldangebot hin zur Geldnachfrage, weil Geld schließlich nur Mittel zum Zweck ist. Und der Zweck lautet in diesem Fall Belohnung für Zielerreichung und Effizienzsteigerung. Wenn ich Schüler wäre liefe das so ab: monatlich zahlen mir meine Finanzierer mein Taschengeld aus. Wenn ich am Schuljahresende das Zeugnis zur Unterschrift vorlege, bekomme ich für gute Noten noch etwas dazu. Wenn das kein Anreiz ist? Vordergründig steht aber die gute Note und nicht unbedingt das Geld, was ich dafür bekomme.
Der Anreiz im neuen Modell (wir nennen es Advanced Planning) besteht in erster Linie darin, dass man Spaß daran hat, den Geldbedarf an den strukturellen Anforderungen zu koppeln und Prozesse und Aktivitäten zu planen, die erforderlich sind, um die Grundanforderungen, die an den Verantwortungsbereich gestellt werden, zu erfüllen.
Hierzu gehören unter anderem die Infrastruktur, das Personal und die Sachmittelausstattung.
In zweiter Linie soll motiviert werden, indem Zielerreichungsgrade und –zeiträume definiert werden, wonach sich dann das Strategiebudget richten wird. Dieses zusätzliche Budget dient insbesondere der Verfolgung spezieller Innovationsvorhaben. Im Dialog mit dem Geldgeber müssen dann sicherlich Kompromisse gefunden werden, wie viel Geld (Finanzmittelbedarf) jeder Budgetstelle in der Organisation zur Verfügung gestellt werden kann, weil natürlich nicht mehr verteilt werden kann als in Summe vorhanden ist.

 

Anreizregulierung mittels Budgetierung

Zusammenfassend lässt sich die Anreizregulierung auf zwei Faktoren beziehen: Kreative Aktivitätenplanung und Motivation zur Zielerreichung.
Die Budgetierung bekommt nun einen völlig neuen Charakter: nicht das Geld bestimmt mein Handeln, sondern mein (planerisches) Handeln bestimmt meinen Geldbedarf.
Es ist durchaus klar, dass das alles nicht unbedingt neu ist. Es ist auch bekannt, dass in der Praxis schon viele Versuche gescheitert sind, solche Budgetierungsmodelle einzuführen, bzw. sie zu etablieren. Die Gründe fürs Versagen liegen aber nur teilweise in der mangelnden Bereitschaft zur Veränderung bei den Akteuren. Vielmehr, so meine Überzeugung, lag der Versagensgrund in der Komplexität und Kompliziertheit der Modelle sowie in der Erwartung, man könne die ganze (oftmals sehr große) Organisation auf einmal konfrontieren. Weniger ist manchmal mehr. Das gilt sowohl für die Auswahl und Anzahl der Leistungs-/Zielkriterien als auch für die Festlegung der Bereiche (Pilotabteilungen), die das Modell testen sollen.
Ich würde mich zumindest über den Dialog über die Potenziale einer solchen „modernen“ Planung und Budgetierung freuen!

 

Planung

Kommt Ihnen das auch bekannt vor?

Wir sind mitten im Jahr und die Controllingabteilung nervt schon wieder mit der Planung für das nächste Geschäftsjahr. Wir, als Führungskräfte, sind doch noch mit der operativen Umsetzung der alten Planung zu Gange und jetzt flattern schon wieder die Dateien mit Hochrechnungen, Prämissen, Festlegungen und vorzusehende Kostensteigerungen auf den Schreibtisch. Wo doch gerade der Kunde mit Auftrag „droht“ und die Produktion voll ausgelastet ist. Und die Geschäftsleitung zusätzlich vorgesehen hat, dass Mitarbeitergespräche zu führen sind.

Jeden Abend – nach einem zehnstündigen Arbeitstag – stellen sich viele die Fragen:
• Wann soll ich denn eigentlich arbeiten?
• Haben die Controller nichts Anderes zu tun?
• Ist diese Vielzahl an Systemen und Reports überhaupt erforderlich?

 

Planung und Controlling

Die Literatur und Controlling-Forschung bietet unterschiedliche Lösungen für diese Herausforderungen an: Transformationale Führung, Führen mit Zielen, Beyond Budgeting, Better und Advanced Budgeting sowie zum krönenden Abschluss „Treiberbasierte Planung“. Zusätzlich gibt es noch eine Fülle von Ideen zur Umsetzung des Reportings: Big Data, BI, Predictive Analytics und CPM lassen grüßen.

Auch wir haben uns Gedanken über ein sinnvolles Controlling durch Planen gemacht. Unsere Ideen finden Sie in folgenden Artikeln:

• Transaktionskostentheorie in der Finanzwirtschaft

• Treiberbasierte Planung

• Advanced Planning

Berichten Sie von Ihren eigenen Erfahrungen und diskutieren Sie mit uns an dieser Stelle!

Ihr Volker Steinhübel

Organisationsentwicklung

Es gibt Dinge im Leben die gehören einfach zusammen, wie beispielsweise die Sonne zum Sommer oder das Kamel zur Wüste. Diese Dinge sehen wir als selbstverständlich an. Keiner würde auch nur ansatzweise auf die Idee kommen, ein Kamel in der Antarktis zu suchen oder an einem Wintertag eine Sonnenscheindauer von 10 Stunden und Temperaturen um die 40°C zu erwarten. Diese Zusammenhänge lernen wir bereits als Kinder und aufgrund von mehrfachen Erfahrungen erweisen sie sich im Normalfall als richtig.

Die Frage ist: was machen wir Erwachsene mit diesen scheinbar unverrückbaren Zusammenhängen des beruflichen Alltags? Sehen wir Sie durch eine rosarote Brille und glauben daran, dass eine gute Produktidee automatisch hohe Absatzzahlen und somit einen hohen Gewinn mit sich bringt und man eben nur diese eine geniale und einzigartige Idee benötigt um erfolgreich zu sein? Also beispielsweise eine Veränderung des Produktsortiments und alles wird gut?

Oder sehen wir diese Dinge zu pessimistisch und verweigern uns jeder Änderung aus Angst vor den möglichen Konsequenzen? Der Satz ‚Sei zufrieden mit dem was du hast, es könnte auch weniger sein‘ prägt ebenfalls das Denken und Handeln vieler Menschen. Sie haben Angst, einen Fehler zu machen und verweigern sich deshalb jeder Veränderung.

Stillstand bedeutet Rückschritt!

Dieser Satz zeigt, dass eine zu vorsichtige Grundhaltung gerade im Berufsleben meist negative Konsequenzen mit sich bringt. Dagegen verwirren zu viele Veränderungen. Eine klare Linie und Ausrichtung wird vermisst. Die Kunst hierbei ist es, die Balance zwischen Veränderung und Kontinuität zu finden und zu bewahren.

Ist Ihre Organisation dieser Herausforderung gewachsen? Diskutieren Sie mit uns über die verschiedenen Formen der Organisationsentwicklung und erzählen Sie uns von Ihren persönlichen Erfahrungen.

Vielleicht verhelfen Sie dadurch Vielen zu mehr Sommer – Sonne – Sonnenschein!